Rudolph Wurlitzer: Zebulon

Vielleicht liegt es daran, dass Wurlitzer so viele herrliche Filme gemacht hat oder auch daran, dass, bevor ich das erste Wort gelesen habe, schon den ersten Schuss zu sehen bekomme. Er hat deutliche Spuren auf der ersten unbeschriebenen Seite des Buches hinterlassen. Die Aufmachung des Buches ist ideal und passend für die Story um Zebulon. Unspektakulär und erdig kommt das Buch daher, auf einem Tisch unter vielen Büchern könnte man es gar übersehen. Hat man es dann allerdings einmal in der Hand kommt man nicht mehr los davon.

Zebulon ist ein rauer Geselle. Er ist nicht nur Held dieses Western, er ist auch Produkt einer längst vergangenen Zeit, wenn es sie denn wirklich einst gegeben hat, die Goldidylle während der Goldrauschzeit.

Eigentlich ist es ganz komisch. Da wo Zebulon auftauscht da gibt es Leichen. Aber eines Tages erwischt es ihn selbst. In einer Welt zwischen Leben und Sterben denkt er nach über seine Frauengeschichten, von denen es jede Menge gab und er lässt die Leser von der Luft des Trappers Zebulon schnuppern. Es mag ein wenig nach unendlicher Freiheit und auch nach Abenteuern riechen, es ist wunderbar zu lesen, aber tauschen möcht ich nicht mit Zebulon.

Ein herrliches Leseereigneis!

www.residenzverlag.de ISBN 978-3-701-71596-1, Preis 22,90 Euro
 

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