Frank Bonkowski:  Selig sind die Trottel!

Genau 69 Geschichten erzählt der Theologe Frank Bonkowski. Sie sind witzig, spritzig, weltoffen, intim und der Autor macht seine Geschichten zu Gleichnissen, indem er nachfragt und gelegentlich unbequeme Fragen stellt. Spätestens damit hört dann das Lesen der netten Geschichtchen auf. Bonkowski will seine Leser zum Nachdenken bringen. So offen und manchmal auch radikal seine sprache ist, so offen und so radikal fordert er dazu auf als Christ im Alltag sichtbar zu werden.

Auf den ersten Blick gesehen, ahnt man vielleicht noch nicht, mit Blick auf das troddelige Schäfchen noch viel weniger, welch radikaler Autor sich zwischen den laschen Buchdeckeln verbirgt. Beginnt man jedoch die Gleichnisse an sich heran zu lassen, dann allerdings beginnt der Leser etwas von der Sprengkraft der bonkowskitexte zu erahnen.

Einmal mehr wird klar, Gottes Botschaft allein ist nicht viel wert, er braucht uns Menschen dazu und Frank Bonkowski will uns mit seinem unbequemen Büchlein in die richtige Richtung schupsen.

Wer Bonkowski liest befindet sich auf dem Weg der Nachfolge!

Brendow, ISBN 978-3-86506-367-8, Preis 9, 95 Euro

Frank Bonkowski hat buecherveraendernleben nun folgende Fragen beantwortet:

 
Hallo Frank, unter Jugendlichen bist Du bekannt und wirst gern gelesen. Hast du nicht Angst, dass Deine manchmal ziemlich direkte Sprache aneckt?

Früher schon eher! Ich komm so langsam in das Alter, wo es für mich weniger wichtig wird gut anzukommen, als verstanden zu werden. Und da ist eine direkte Sprache einfach ehrlicher und effektiver! Ausserdem ist das, glaube ich, auch eine Persönlichkeitssache. Und für mich "um den heissen Brei herumreden" wäre einfach nicht mein Stil. Man kann mit der direkten Sprache allerdings auch zu weit gehen und den gegenüber damit unnötig verletzen. Da muss ich halt immer aufpassen!

In Deinem neuen Buch "Selig sind die Trottel" stehen 69 Gleichnisse von Dir selbst geschrieben. Machst Du jetzt den biblischen Autoren Konkurenz, oder warum brauchen wir neue Gleichnisse?

Das Gleichnisse eine effektive und unterhaltsame Form sind, auch schwierige Themen zu kommunizieren, sollte ja spätestens seid Jesus bekannt sein. Ich bin ja selber eher Redner, als Autor und merke bei den Zuhörern sofort, dass bei Stories die Aufmerksamkeit einfach höher ist. Gleichnisse sind eine sehr spezielle Kunstform, die den Zuhörer/Leser einladen eine Wahrheit eher zu erfühlen oder auszuprobieren, als es intellektuell zu verstehen.

Du warst viele Jahre lang in der Jugendarbeit in Kanada tätig. Was läuft in Amerika anders, vielleicht sogar besser als bei uns in Deutschland?

 Ich glaube "anders" ist der richtige Ausdruck! Hier ein paar Ideen:

Wir Deutschen sehen generell Dinge erst einmal kritisch. Das heißt z.B. wenn ich einenVortrag halte, dann sitzt der typische deutsche Zuhörer da mit einer Art Bewertungsbogen im Kopf (Rhetorik 4, Anwendungen 3-, Persönliche Geschichten 2). Wenn ich mich dann aber erst einmal bewährt habe, dann werde ich in das Herz aufgenommen. In Nordamerika reagiert man zunächst erst einmal positiv und wesentlich enthusiastischer. Der Nachtteil ist, dass man dort sehr schnell viel Blödsinn "verkaufen" kann, wie z.B. der Erfolg vieler Fernsehprediger zeigt. Der Vorteil ist natürlich, dass man drüben wesentlich schneller etwas bewegen kann, weil man sich schneller auf etwas einlässt.

Frank Bonkowski 

Nordamerikanische Christen hören in der Regel hauptsächlich Christliche Musik, lesen christliche Bücher, gehen auf christliche Konferenzen ... weil es sicherer ist. Ich habe das drüben als Pastor immer ein bisschen als christliches Gefängnis empfunden ... in Europa geniesse ich es Gott in scheinbar säkularer Kunst zu entdecken.
 In Kanada, wo ich tätig war, kommt noch dazu, dass es dort keine Streitkultur gibt, was zwar sehr nett ist aber man weiß nie richtig wo dran man ist!

Gibt es auch theologische Themen von denen Du sagst, die gehören nach Amerika, gut, dass es die bei uns nicht gibt?

 
 Ich muss dazusagen, dass ich in Kanada gelebt habe, was mit den USA schwer zu vergleichen ist!  Ich kann mich aber sehr gut an meine Gefühle erinnern, als Präsident Bush für eine zweite Amtsperiode gewählt worden ist und ich unsagbar traurig war, weil die Amerikanische Welt 50/50 gespalten war. Alle Christen schienen politisch rechts zu stehen. Gegen Homosexuelle, gegen Abtreibung, pro Kapitalismus, pro Waffen, pro Krieg, pro Todesstrafe usw. Und obwohl ich versuche Jesus zu folgen, war ich in fast allen diesen Punkten ganz anderer Ansicht und mir war es fast peinlich mich als CHirst zu bezeichnen, weil mich das auch gleich in eine gewissen politische Ecke stellte. Das ist sicher dort zum Glück wenigstens Ansatzweise zu ändern und ist in Deutschland ganz anders!

Zurück zu Deinem Buch: Was glaubst Du was kann ein Buch unter vielen tausend Neuerscheinungen jährlich bewirken?

 Ich bin auch immer verwundert, dass bei all den Neuerscheinungen überhaupt jemand meine Bücher kauft. 
 

Ein Buch kann aber eben immer einen Einzelnen erreichen! Ich durfte gerade vorgestern in einem Kulturprogramm eines meiner Gleichnisse über verloren gegangene Kreativität lesen und es war schon sehr gut zu sehen, welche Emotionen und Wünsche so eine einfache Geschichte bei einigen Zuhörern ausgelöst hat und welche Gespräche hinterher stattgefunden haben.

Vor ein paar Wochen ist eine sehr persönliche Geschichte über meinen Umgang mit dem Tod meiner Mutter, als 13-jähriger, erschienen. Da wurde die Sache schon persönlicher, weil ich fast Angst hatte, dass meine eigene Familie Geschichten lesen würden, in denen wir alle nicht unbedingt heldenhaft rüberkommen. Ich durfte dann aber merken, dass ehrliche Geschichten viel Gutes bewirken können.


Warum war es Dir wichtig dieses Buch jetzt zu veröffentlichen?

 Die "seligen Trottel" sollen vor allem daran erinnern, dass Christsein für Jesus viel mehr war, als das "Für Wahr halten" von ein paar Glaubenswahrheiten, damit ich später einmal beim Eintrittsquiz an der himmlischen Pforte die richtigen Ansagen geben kann. Jesus wünschte sich eine ganz andere Welt, "wie im Himmel, so auf Erden" und die Bergpredigt um die es in dem Buch ja geht, zeigt sehr schön, wie er sich diese Welt vorgestellt hat.
Zu diesem Thema gibt es viele gute Theologische Bücher. Aber ich bin ein wesentlich besserer Geschichtenerzähler, als Theologe und haben versucht die Botschaft von Gottes neuer Welt nicht in erster Linie für den Kopf, sondern für das Herz zu transportieren.

Herzlichen Dank für das interessante Gespräch mit Dir!

Gern könnt ihr über das Buch und das Interview auf Facebook miteinander reden:

http://www.facebook.com/pages/B%C3%BCcherver%C3%A4ndernleben/302273256481601?v=wall

 

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