Robert Spaemann: Über Gott und die Welt

Robert Spaemann hat sich selbst zu seinem Geburtstag das wohl wertvollste Geschenk gemacht. In seiner Autobiographie in Gesprächen ist er wie bereits sein ganzes Leben lang der Wahrheit auf der Spur.

Wer Spaemann die letztten Jahrzehnte begleitet hat, der wird im Buch bekanntes treffen. Doch in seiner Gesamtheit gesehen, ist dieses Buch kopflastig und erhellend zugleich. In dieser Spannung habe ich mich beim Lesen sehr gut gefühlt.

Wie nie zuvor erzählt Spaemann Einzelheiten aus seiner Kindheit. Sein Ausspruch "Hätte Hitler den Krieg gewonnen, wäre ich Gärtner geworden" ist längst bekannt. Zum Glück hat Hitler den Krieg nicht gewonnen und Robert Spaemann ist einer der bedeutendsten konservativen unserer Zeit geworden.

Mit seinen 85 Jahren ist der Autor noch immer ger gestrenge Katholik, aber keinesfalls weltfremd. Mit Spannung habe ich seine Gedanken zu Europa von Heute und Morgen gelesen. Bei ihm trifft sich das Alte von gestern, es wird nicht als veraltet über Bord geworfen. Er sortiert aus und entstaubt was Bestand hat, dann wird das Alte in die Gegenwart und Zukunft mitgenommen. Dabei macht er es sich nicht leicht. Er fragt, er hinterfragt, ständig will er weiter um die Wahrheit zu finden. Zuweilen kommt mir Spaemann wie ein Getriebener vor, der sein Ziel noch lange nicht erreicht hat.

Sich mit Robert Spaemann auf Lesereise zu begeben, heißt sich der Vergangenheit zu stellen um in der Gegenwart anzukommen!
 
Klett-Cotta, ISBN978-3-608-94737-3, Preis 24,95 Euro

 

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