Eoin McNamee: Requiem

1961 wird der letzte Mann in Nordirland von einem Gericht zum Tode verurteilt. Dieser Fall ist historisch belegt. Heute geht man von einem Justitzirrtum aus.

Aus diesem historischen Fall einen Roman zu machen ist eine geniale Idee, noch dazu, wo der Autor sein Hauptaugenmerk nicht nur auf den Fall sondern auch auf die Gesellschaft legt. Dies ist für mich das eigentlich spannende an diesem Roman. Da ist etwas Böses geschehen, alle erwarten schnell den Bösewicht vorgeführt zu bekommen, also greift man sich jemanden, obwohl es keine eindeutigen Beweise seiner Schuld gibt. Und dies nicht etwa im finsteren Mittelalter, sondern 1961.

Ob der literarischen Feinheiten des Autors kann man sich natürlich streiten. Meines Erachtens wäre ein wohlgeschliffener Krimi diesem Stoff nicht gerecht geworden, handelt es sich doch um einen authentischen Fall. Vielleicht hätten einzelne Charaktere tiefer gezeichnet werden können. Mir jedenfalls hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es gern weiter!

dtv, ISBN 978-3-423-24941-6, Preis 14,90 Euro

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