Philippe Grimbert: Ein besonderer Junge

Louis war und ist immer noch ein ganz besonderer Junge. Viele Freunde hatte er als Kind nie, Bücher dafür um so mehr. Noch heute, da Louis längst studiert, hat er keine Freunde und mit Mädchen ist das auch so eine Sache.

Um sich ein wenig Geld zu verdienen sucht Louis eine Arbeit. Er studiert die Stellenanzeigen und stoppt bei einer, in der er von der Betreuung eines "besonderen" Jungen liest. Außerdem ist der Ort, an dem dieser Junge lebt, ein Ort den Louis sehr gut kennt. In Horville, in der Normandie, hat er als Junge oft zusammen mit seiner Mutter die Ferien verbracht.

Auf der Fahrt in seinem Auto überlegt Louis noch wer oder was sich alles hinter einem "besonderen Jungen" verbergen kann. In Iannis lernt er dann einen Sechzehnjährigen kennen, den seine Eltern längst aufgegeben haben. Sie sehen vor allem was er alles nicht kann. In einem Heim für Behinderte steht er auf einer Warteliste.

Helena, die Mutter des Jungen, will einen Roman schreiben, deshalb braucht sie Louis und der verbringt Tage und auch hin und wieder Nächte mit Iannis. Beide kommen sich näher, lernen sich verstehen, obwohl Iannis kein Wort spricht. Vielleicht verstehen sie sich nicht im herkömmlichen Sinne, aber zwischen ihnen beiden beginnt eine Freundschaft zu wachsen.

Der Autor besitzt eine faszinierende Sprache. Er lässt eine Vielzahl von Kindheitserinnerungen von Louis in seinen wunderschönen Roman mit einfließen.

Helena versucht ebenfalls von Louis Besitz zu ergreifen. Dann plötzlich meldet sich das Heim in Belgien. Iannis könnte dort nun aufgenommen werden. Die Eltern haben nur wenige Tage Zeit um über die Zukunft ihres Sohnes zu entscheiden.

Die beiden besonderen Jungs in diesem äußerst lesenswerten Roman werden bisherige Sichtweisen des Lesers verändern!

DTV, ISBN 978-3-423-24921-8, Preis 14,90 Euro

 

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