Ulrich Ladurner: Küss die Hand, die du nicht brechen kannst

"Man was für ein abscheulicher Buchtitel!" dachte ich auf den ersten Blick, bis ich dann erfuhr, es handelt sich um ein Sprichwort.

Der in Hamburg lebende Journalist Ulrich Ladurner hat nun mit seinen Geschichten aus dem Iran, dem Land ein vielschichtiges Gesicht gegeben. Der deutsche Leser stellt schnell fest, es gibt dort eben nicht nur durchgeknallte Mullahs, sondern auch Menschen, die für ihre Ideale kämpfen.

Der Autor beschreibt Szenen, die in unseren europäischen Ohren vielleicht unmenschlich klingen mögen, aber solche Geschichten müssen wir erfahren, wenn wir das Land verstehen lernen wollen. Darin liegt vielleicht der Sinn dieses Buches. Ulrich Ladurner erzählt von Menschen, die er zu Beginn seines Buches auch kurz vorstellt und der Leser erfährt Einzelheiten aus deren Leben und wir bekommen eine Vorstellung von der Macht der Sittenwächter und der Geheimpolizei. Und immer wieder begegnen wir da auch Menschen, die einfach nur ihr völlig normales Leben leben wollen wie Du und ich.

Der Iran scheint ein Gemisch aus religiösen Fanatikern und völlig liebenswerten Menschen zu sein. Der Autor gibt diesem fremden Land ein Gesicht, aus dem die Hoffnung auf ein besseres Morgen noch nicht verschwunden ist!

Übrigens, mit dem Buchtitel habe ich mich inzwischen arrangiert. Kein anderer Titel hätte besser zu diesem Buch gepasst!
 
www.residenzverlag.at, ISBN 978-3-701-73284-5, Preis 21,90 Euro

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