Cem Gülay: Kein Döner Land

Cem Gülay, knüpft mit diesem Buch direkt an seinen "Türken-Sam" an. Er schildert kurz wie es ihm nach dem Erscheinen seines ersten Buches auf vielen Leserreisen ergangen ist. Dabei höre ich von Erlebnissen die sich mit meinen Beobachtungen teilweise decken. Wenn sie allerdings von Menschen mit Mirgrationshintergrund erzählt werden, bin ich doch noch peinlicher davon betroffen.

Da wurde der Autor beispielsweise auf ein Begegnungsfest eingeladen und so gut wie niemand kam. Er und Andere gestalteten ein ganzes Wochenende an einem Ort und weder Deutsche noch Ausländer hatten den Wunsch sich zu begegnen. Eine andere Begegnung hört sich nicht unglaublich, sonden unverantwortlich an. Cem Gülay beschreibt eine Schulklasse mitten in Deutschland in die nur Kinder von Eltern mit Migrationshintergrund gehen. Wo soll da Integration herkommen?

Was Cem Gülay in seinem neuen Buch zusammenbringt, sind Stimmen mitten aus Deutschland. Es sind Stimmen von Menschen mit deutschen und nichtdeutschen Wurzeln. Hoffnungsvolle und äußerst bedenkliche Ereignisse werden geschildert. Und so legen die Menschen die in diesem Buch zu Wort kommen oftmals ihre Finger in gesellschaftliche Wunden die uns alle angehen.

Leider ist das Thema des Autors aktueller denn je. Cem Gülay lässt in seinem Buch die gesamte Bandbreite an Stimmungen zum Thema Integration in Deutschland zu Wort kommen und trägt so erneut zum dringend notwendigen Dialog bei.
 
DTV, ISBN 978-3-423-24952-2, Preis 14,90 Euro

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