Albert Frey:  Im Namen des Vaters

Wie oft sitzen Gottesdienstbesucher in der Kirche und lassen die alten Gebete und Rituale über sich ergehen und fühlen sich nach so einem Gottesdienst genau so saft - und kraftlos wie vorher? Albert Frey hat nun mit seinem Büchlein mit Lesebändchen versucht Licht in das Dunkel unserer Liturgie zu bringen.

Das Kyrie steht immer am Beginn eines Gottesdienstes. Aber was ist die Aufgabe, die Funktion dieses Wechselgesanges? Albert Frey erklärt mit seinen Worten gut verständlich den Sinn des Kyries, daraus kann sich dann ein lebendiges Ritual entwickeln und der Pastor steht im Gottesdienst nicht mehr hilflos und allein vor seiner Gemeinde und muss den Wechselgesang nicht mehr allein meistern.

Großer Vorteil dieses Gottesdienstführers ist es, dass Albert Frey auch erfolgreicher Musiker und Lobpreissänger ist, so beschreibt er wie er das Kyrie betet oder auch singt. Dabei legt er gleich eine ganze Liste von Liedvorschlägen seiner Texte vor und vergisst auch nicht auf seine Kollegen Zehendner und Kopfermann hinzuweisen. Dies zeigt den bestehenden Reichtum und die Vielfalt, die in dieser Szene bereits Alltag sind.

Ähnlich verfährt Albert Frey auch mit dem Gloria, dem Glaubensbekenntnis, Sanctus, Agnus Dei, Proprium, Magnificat und Benedictus. Immer mehr wird beim Lesen deutlich, welch geistlicher Tiefgang und wieviel Engagement des Autors in diesem Buch stecken.

Albert Frey hat das Potenzial unsere alten Gebete und Rituale so zu erklären, dass sie plötzlich aktuell und zeitgemäß erscheinen!

SCM R. Brockhaus, ISBN 978-3-417-26505-7, Preis 9, 95 Euro

Albert Frey hat mit buecherveraendernleben dieses Gespräch geführt:

Lieber Albert, Deinem Buch merkt man eine Fröhlichkeit und seinen geistlichen Tiefgang an und das alles beim Thema Liturgie, wie kommt das?
 

Vielleicht, weil ich eine freie evangelische und auch charismatische Spiritualität kennen und schätzen gelernt habe und von daher die Liturgie nicht mehr so sehr als Pflicht, Tradition und Gewohnheit sehe, sondern vom tieferen Sinn her.

Warum sitzen heute noch immer so viele Junge und Alte in unseren Gottesdiensten, lassen sich mit uralten Gebeten und Ritualen berieseln, verstehen sie nicht und fragen oft nicht nach?
 

Zunächst will ich die Frage realtivieren: keiner weiß, was die Liturgie unbewusst bewirkt, beispielsweise auch bei Kindern, Alten oder Kranken. Wir dürfen unser "Verstehen" nicht überbewerten. Und es weiß auch keiner, was Kirchgänger während der Liturgie erleben, auch wenn viele keine Sprache dafür finden.
Aber es stimmt schon: es ist eine Tragik, dass Viele Sonntag für Sonntag etwas mitmachen, zu dem Sie keinen inneren Zugang haben. Das liegt sicher auch an der religiösen Erziehung. Ohne eine persönliche Beziehung zu Gott bliebt alles nur bei der Form, beim Äußerlichen.

Du kommst oft so unbeschwert mit völlig neuen geistlichen Texten daher, warum sind diese heute so wichtig, wir haben doch die alten, die Du so wunderbar in Deinem Buch lebendig werden lässt?


 

Ich glaube, dass wir genau beides brauchen, das Alte und das Neue. In Matthäus 13,52 spricht Jesus davon, dass ein Schriftkundiger der "ein Jünger des Himmelreiches" wird, aus seinem Schatz Altes und Neues hervorholt. Wir haben also den überlieferten Schatz, die "Schrift", aber auch das Neue, das ein "Jünger" persönlich in der Nachfolge erlebt. Und das muss in neue Lieder fließen.

 

Wie kam es, dass Du dieses Buch geschrieben hast. Die Beiträge lagen dem Leser doch schon länger vor?
 

Ja, acht der neun Kapitel gab es schon als Serie in der Zeitschrift AUFATMEN. Aber der Verlag (SCM Brockhaus, Edition Aufatmen) und ich wollten sie so zusammengebunden und für weitere Leser zugänglich machen. Zweitgleich ist auch eine gleichnamige CD mit liturgischen Liedern von Andrea und mir erscheinen. So kann sich beides ergänzen und im Paket neue Impulse setzen.

Wann schreibt der Musiker Albert Frey sein nächstes Buch?

Das Schreiben wird tatsächlich für mich neben der Musik immer wichtiger. Neben Artikeln und Kurzgeschichten, an denen ich aktuell arbeite, habe ich noch einen halb fertigen Roman in der Schublade. Aber ob und wann der erscheint, liegt in Gottes Hand …

 Herzlichen Dank für das Gespräch!

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