Graham Swift ist längst kein Unbekannter mehr. Auch mit diesem Roman greift er wieder schwierige Gegenwartsthemen auf.

Ellie und Jack verlassen ihre heimischen Höfe ohne dass ihnen damit klar wird, dass sie sich damit selbst entwurzeln. Beide kennen sich bereits aus Kindertagen und sind nun längst ein Paar. Sie betreiben einen Wohnwagenpark auf Isle of Wight. Jack denkt oft an den heimatlichen Hof zurück, auch an seinen jüngeren Bruder von dem er nicht einmal weiß wo er steckt, mit 18 Jahren war er einfach abgehauen.

Plötzlich kommt Dramatik in den Roman. Jack erfährt, dass Tom im Irak als britischer Soldat gefallen ist. Von nun an ist nichts mehr wie es vorher war. Jack beginnt eine Suche von der er lange nicht weiß wohin sie ihn führen wird.

Der begnadete Erzähler Graham Swift erzählt mit gleichbleibend poetischer Kraft über das sich verändernde Leben innerhalb der britischen Gesellschaft, er lässt seine Leser Zeuge werden, wie Jack es schafft sein Leben neu zu sortieren und er lässt uns so sehr an die Figur des Protagonisten Jack heran, dass es selbst nach dem Lesen schwer fällt sich von ihm auch innerlich zu trennen.

Sehr deutlich wird beim Lesen, wie Krieg und auch menschliche, manchmal versteckte Abgründe immer noch zum Leben auch im sicheren Westen dazugehören.

Es ist ein trauriges Buch, bei dem sich niemand seiner Tränen schämen muss!

Ein wunderschönes Leseerlebnis!

dtv, ISBN 978-3-423-24922-5, Preis 15,90 Euro

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