Falco / Puzo: Die Corleones

In das New Yorck des Jahres 1933 führen uns Ed Falco und Mario Puzo. Vito Corleons lernen wir kennen, später wird er weltberühmt als "Der Pate", er wird zum Symbol für Gewalt und Verbrechen.

Beide Autoren legen hier einen Roman vor, der dem Leser ermöglicht in das Milieu der damaligen Corleones einzutauchen. Interessant ist dabei natürlich die Komponente, dass wir Leser vom Paten wissen, die Protagonisten dieses Buches natürlich nicht. Und so komme ich mir beim Lesen, trotz aller auch hier geschilderten Gewalt, oft vor als käme die eigentliche Handlung erst noch. Aber dann ist das Buch bereits zu Ende.

Dabei ist das Buch spannend geschrieben und ich lerne, dass bei Italienern die Familienbande doch nicht so fest sind, als das sie alle Angriffe überstehen. Jeder selbst muss, auch wenn er in Abhängigkeit zu anderen steht, seinen eigenen Weg finden und konsequent selbst bestimmen. Viele der Corleones haben diese Erfahrung schmerzlich durchlaufen müssen.

Wer die Filme gesehen hat wird sicher nach diesem Buch greifen. Doch Vorsicht: Diese Kombination ist schlecht. Nicht umsonst rät man Kindern: Erst das Buch lesen, dann den Film sehen, sonst könnte man leicht enttäuscht werden. Glücklicherweise kenne ich mich nicht so gut in der Filmwelt aus, deshalb war bei mir von Enttäuschung nichts zu spüren.

Aber bei allem Wirbel um den Paten, dieses Buch ist allein deshalb lesenswert, weil es die Zeit der dreißiger und vierziger Jahre in New Yorck sehr schön beschreibt!
 
Klett-Cotta, ISBN 978-3-608-93965-1, Preis 21, 95 Euro

 

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