Erster christlicher E - Book - Shop eröffnet

Am 6. April 2011 ist Stefan Böhringer mit seinem Onlineshop für christliche E - Books gestartet.

www.buecherveraendernleben.npage.eu wünscht Stefan Böhringer viel Erfolg und Durchhaltevermögen ! ! !

 

 

In Kürze bringen wir ein Interview mit Stefan Böhringer, über unsere Linkliste könnt Ihr schon mal in seinem Shop einwenig schnuppern und shoppen gehen.

 

Interview mit Stefan Böhringer:

 

Hallo Stefan, Du hast Theologie studiert, hättest heute auf der Kanzel stehen können und den Menschen Gottes Wort nahe bringen können, statt dessen hast Du nun den ersten E - Book - Shop für christliche E - Books eröffnet, wie kam es dazu?

Dieser Weg war sicher kein geradliniger und ein Unbedarfter würde sagen, da war viel Zufall im Spiel – ich nenne es aber Führung. :-)

Ich wollte tatsächlich den Menschen "von der Kanzel her" Gottes Wort näher bringen. Jedoch bedeutet Pastor sein, nicht nur predigen. Obwohl ich in meinen Praktika sehr viel positives Feedback bekam, fühlte ich ich mich doch durch eine gewissen Erwartungshaltung, die man in unseren Freikirchen an einen Pastor hat, als Mensch verbogen. Ich merkte: in den Praktika geht das gut, aber wie sieht es längerfristig aus? Dazu kam, dass ich meine Leidenschaft für die Theologie entdeckte und von einem der Lehrer des Seminars sehr ermutigt wurde, doch auch einmal über den Tellerrand zu sehen. Da kam der Entschluss ein Studium der Theologie in Erlangen zu beginnen. Und Erlangen ist ja auch nicht gerade die liberalste Fakultät, ist sie doch stark durch den Pietismus geprägt.
 

!n Erlangen schließlich entdeckte ich "durch Zufall" die buchwissenschaftliche Fakultät und war aus meiner Liebe zu Büchern sofort Feuer und Flamme. Ich bewarb mich für ein Doppelstudium und wurde angenommen. In diesem Studiengang erfuhr ich dann das erste Mal von der tiefgreifenden Umwälzung, die die Digitalisierung der Buchbranche noch bringen wird und ja auch schon brachte. Wir lernten zwar viel über klassische Buchwirtschaft und der Geschichte des Buches, aber eben auch viel über die elektronischen Formen. Und, hier spürte ich Gottes Führung am stärksten, da kam mir Nachts die Idee, mein erlerntes Wissen in die Praxis umzusetzen. Denn weiterhin möchte ich den Menschen Gottes Wort nahe bringen – und dies geschieht eben auch durch Bücher, vor allem in unserer Lesegesellschaft. Nur befindet sich diese Gesellschaft im medialen Wandel. Nicht nur Film und Musik werden mehr und mehr digital konsumiert, sondern auch Bücher.

 
Wir haben solch eine wichtige Botschaft! Mit dieser sollten wir auch Menschen erreichen, die digital lesen wollen. Ich sehe das ganz pragmatisch. Es geht nicht um ein Ablösen des guten alten Buches, sondern darum Formen des Buches anzubieten, welche die Leser lesen wollen. Und das habe ich dann durch den E-Book Shop umgesetzt. So kann ich immer noch den Menschen Gottes Wort näher bringen, nur auf eine andere Art und Weise.
 
 
Stefan Böhringer

 

Du wirst zwar in mir nie einen großen Kunden finden, aber ich glaube Dir, dass man mit einem E - Book Leser findet, die man sonst nie erreicht hätte. Hast Du da ein besonderes Schlüsselerlebnis?

Ja, mich selbst! lach Also im Ernst: ich bin zwar ein echter Büchernarr, aber auch sehr Technik begeistert. Schon früh habe ich mich an kleinen Helferlein, wie Palm oder PocketPC erfreut und fand auch von Anfang die Möglichkeit toll, darauf zu lesen; auch wenn es zu der damaligen Zeit kaum Literatur dafür gab. Ich habe an mir selbst und natürlich vielen Bekannten erfahren, dass digitales Lesen auch viele Vorteile mit sich bringt. 
 
Nun muss man aber auch bedenken, dass eine ganz neue Generation heran wächst, die man in der Soziologie "Digital Natives" nennt. Menschen also, die mit digitalen Medien aufgewachsen sind. Mein Schlüsselerlebnis war hierzu eine Vorlesung zur Lese(r)forschung. Da gingen mir die Augen auf.
 
Nach wie vor sind wir eine Lesegesellschaft. Ohne Lesen ist keine echte Teilnahme am gesellschaftlichen Leben möglich, das ist leider Fakt, ob man das nun gut findet, oder nicht. Und durch das Internet, das sich in unseren Breitengraden immer mehr zum Leitmedium mausert, muss man sogar noch mehr lesen. Man kommt ohne digitales Lesen also nicht mehr aus. Und genau die Menschen, die mit dem Lesen auf Bildschirmen aufgewachsen sind, sollten wir auch durch eBooks erreichen. Ich glaube aber nicht, dass eBooks auf Dauer immer nur Pendants zum Printtitel sein werden, so wie es jetzt der Fall ist. Es werden auch ganz neue Buchinhalte für diese Form entstehen.
 
Was glaubst Du Stefan, was werden  das für Inhalte sein?
 
Vielleicht sind diese "neuen" Buchinhalte an sich nichts Neues, aber in Verbindung mit dem Buch schon. Ich denke da vor allem an zwei Richtungen. Die eine Richtung sind die sog. enhanced bzw. enriched eBooks. Bücher also, die mit anderen Medieninhalten angereichert wurden, wie Audio und Video (auch Verweise auf Webinhalte). Für belletristische Titel, wo man kontinuierlich liest, ist das wohl nicht sehr geeignet. Aber klasse wird das vor allem bei Fach- und Sachbüchern. Stell dir nur vor, du kannst in einem Bio oder Physik Schulbuch komplizierte Vorgänge durch ein einfaches Video illustrieren, in einer Biografie eines berühmten Predigers Ausschnitte aus dessen original Predigten hören oder in einem Kochbuch einen Chefkoch vorkochen lassen. Es gibt hier sehr viele Möglichkeiten. Allerdings sollte es man damit auch nicht übertreiben. Video und Audio sollten nur zur Anreicherung des Textes dienen.
 
Eine zweite Richtung könnte dahin gehen, den Lesegewohnheiten der jungen Generation noch mehr entgegen zu kommen. Oft schaffen es diese nicht mehr zusammenhängende Texte über mehrere hundert Seiten komplett zu lesen. Hier wären entweder eine episodenhafte Veröffentlichung angebracht, wie es in der Gaming-Industrie bei Computerspielen schon oft passiert, oder einfach noch viel kürzere auf den Punkt gebrachte Kurzgeschichten, angereichert durch Audio oder Video. Ich weiß, letzteres widerspricht etwas meiner Aussage, dass belletristische Texte, die man kontinuierlich liest, nicht von Audio und Video unterbrochen werden sollten, aber bei extrem kurzen Texten könnten Text, Video und Audio quasi fusionieren. Kann man das dann noch Buch nennen? Die Antwort muss man dann wohl der kommenden Generation überlassen. Aber wir brauchen einfach wieder Inhalte die gut aufbereitet von einer neuen Generation von "nervösen Lesern" (so spricht man oft in der Leserforschung) gelesen werden. Wer diese Inhalte bringt? Ich hoffe die Verlage, die sich in dieser Richtung kreative Autoren angeln und auch einmal etwas wagen und über ihren verlegerischen Tellerrand hinausblicken. ;-)
 
Das klingt alles sehr spannend was das technisch machbare betrifft. Was mich aber sehr erschrocken macht, ist die Entwicklung des menschlichen Leseverhaltens. Ich habe fünf Jahrzehnte gelebt und lese an einem Wochenende gut 500 Seiten, Du bist die nächste Generation und vor wenigen Tagen ist Dein Töchterlein Lara Sophie geboren worden (den stolzen Eltern alles Gute!!!), kannst Du mal diese drei Generationen kurz als Lesegenerationen skizzieren?
 
Also zunächst einmal die gute Nachricht: es wird noch gelesen und das deutlich mehr als noch vor dem Höhenflug des Internets. Dieses ist nämlich vor allem ein Lesemedium. 
In deiner Generation hatte das Buch, was Freizeitbeschäftigung und Vermittlung von Wissen angeht, die Nase vorn. Es wurde einfach viel gelesen und Lesen hatte auch ein enorm hohes gesellschaftliches Ansehen.
Mit dem Aufkommen des Fernsehens, nahm eine visuell mediale Vermittlung immer mehr zu. Vor allem ab den 80er Jahren. Das betrifft dann wohl meine Generation und ich merke das auch an mir selbst, dass mich auch visuelle Medien stark ansprechen. Ich meine, schließlich ist Visualität ja auch ein wichtiges menschliches Bedürfnis. Jetzt wo du die Geburt meiner Tochter erwähnst — es ist schon unheimlich erstaunlich, wie sie schon von Anfang an, obwohl sie nur Konturen wahr nimmt, Dinge fixiert und nicht aus den Augen lässt. Aber trotz der medialen Dominanz des Fernsehens in den 80ern und 90ern, wurde dem Buch, im Falle der Wissensvermittlung immer noch am meisten vertraut. Lesen wurde so oft zum Muss, z.B. in Schule, Ausbildung und Studium. Die neuere Leseförderung hat dieses Problem aber erkannt und wieder vermehrt versucht, zu vermitteln, dass Lesen auch Freude macht. Dennoch stehen auch heute noch für die meisten Menschen Fernsehen, Musik hören und PC/Internet nutzen vor dem Bücherlesen. (Quelle: Buch und Buchhandel in Zahlen 2010).
 
In der heranwachsenden Generation nun, und das merken wir ja schon jetzt, verschmelzen Fernsehen, Musik hören, Tageszeitung und Bücher lesen in einem einzigen Medium, dem Internet. Dazu wird Lesen und Schreiben immer bruchstückhafter. Selektives und informierendes Lesen nehmen stark zu. Texte werden nur noch nach relevanten Informationen abgescannt und dann weiter zum nächsten geklickt. Man bleibt nicht mehr bei einem Text stehen, man klickt Links an, liest dort ein bisschen, wieder zurück, schnell Facebook checken, wieder weiterlesen und so weiter und so fort. Das ist es, was man den nervösen Leser nennt. Leider hat diese Art des Lesens einen großen Nachteil. Man nimmt Informationen nicht mehr so gut auf. Informationen werden nur noch im Kurzgedächtnis gespeichert. Trotz des vermehrten Zugriffs auf Wissen, verliert das Individuum immer mehr davon. Dennoch kann man jetzt nicht einfach zurückrudern. Schließlich steckt ja auch ein großes Potential in den neuen elektronischen Medien. Hier sehe ich die Chance des eBooks. Es müsste gelingen, Inhalte zu finden, die diese neue Generation anspricht und ihnen wieder ein vertieftes Leseerlebnis bietet. Es geht ja beim Bücherlesen nicht nur um die Vermittlung von reinem Wissen. Dazu kann ich ja jederzeit in der Wikipedia nachlesen. Es geht auch um das Lernen, um die Aha-Effekte um die Veränderungen die das Gelesene beim Leser bewirken kann. Somit geht es auch um die Vermittlung von Weisheit, die die Bibel viel höher setzt, als reines Wissen. Aber Weisheit kann man nur bekommen, wenn man Zeit findet, das Gelernte mit dem Leben zu verbinden. Das ist es, was ich mir auch für meine Tochter wünsche. Ich hoffe, dass ihr dazu unter anderem das Lesen, welches Mediums auch immer, helfen kann. :-)
 
buecherveraendertleben sagt Dir herzlichen Dank für das Interview!!!

 

 

 

Nach oben