Catherine Tarley: Die Plantage

South Carolina, 1781: Ohne große Vorwarnung wirft mich Catherine Tarley in die Handlung ihres 880-Seiten-Debütromans. Dies ist gut so, weil ich sofort vom Tempo der Handlung fasziniert bin.

In elf Kapiteln dringt die Autorin tief in die Geschehnisse der amerikanischen Revolution ein und lässt ihre erdachte Story auf einer Plantage in South Carolina spielen. Immer wieder bringt sie auch Themen wie Ursachen des Krieges und den Umgang mit den Sklaven mit ins Spiel.

Die junge Antonia kehrt zurück auf ihre vom Krieg zerstörte Plantage. Ihr Mann Henry ist tot. Im Pferdestall findet sie einen schwerverletzten englischen Soldaten. Ohne ihre Hilfe würde dieser Mann die Nacht nicht überleben. Antonia jedoch hat hohe Ideale und so nimmt sie diesen Mann, den Kriegsgegner von gestern auf und pflegt ihn.

Dieser Wälzer ist ein herrliches Lesevergnügen mit großem Liebesschmalz. Zwei Kritikpunkte allerdings möchte ich mir doch erlauben. Die Autorin kann herrlich erzählen, dies beweist sie hier. Bei mir als Leser kommt es allerdings schlecht an, wenn sie im Kapitel 3 die fortlaufende Handlung unterbricht, um viel vom toten Henry zu berichten. Diese Informationen hätte Catherine Tarley gut während der fortlaufenden Handlung einbauen können. Umd zum anderen empfinde ich die plötzliche sexistische Entgleisung auf Seite 817 "Ach f... dich ..." als völlig unpassend und für das 18. Jahrhundert auch nicht zeitgemäß. Dieser Satz sticht so aus diesem Roman heraus, als wäre er ein Fremdkörper.

Der Spannungsbogen, den die Autorin in ihrem Debütroman schmiedet, wird von Seite zu Seite immer größer. Antonia beginnt, sich in diesen englichen Soldaten zu verlieben. Er nimmt immer mehr Besitz von ihr und von ihrer Plantage. Förmlich bis zum Schluß des Buches bleibt die spannende Frage für den Leser offen, ob es nun ein Happyend gibt oder nicht.

dtv, ISBN 978-3-423-24943-0, Preis 16,90 Euro 

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