David Murrow:  Der Pfad

Schade, dachte ich, als ich das Buch durchgelesen hatte. Es greift mit einer derartigen Faszination nach seinem Leser, dass man es nur schwerlich wieder aus der Hand legen kann.

David Murrow ist längst bekannt als ein Mann, der seit Jahren der Frage nachgeht "Warum Männer nicht in den Gottesdienst gehen". Auf dieses Buch weist der Autor überflüssigerweise gleich mehrmals hin. Seine Einleitung hätte er sich meines Erachtens auch sparen können.

Dann aber, und hier beweist David Murrow höchste schriftstellerische Fähigkeiten, beginnt er eine Geschichte zu erzählen, die so Besitz von mir ergreift, wie es mir vor Jahren beim Buch "Die Hütte" zuletzt ergangen ist. Murrow ist gerade in Wales auf Vortragsreise. Selbstverständlich geht es wieder um seinen Bestseller "Warum Männer nicht in den Gottesdienst gehen". Nach dem Vortrag, Murrow will gerade ins Auto einsteigen, spricht ihn Pater Nigel Benson an. Der anglikanische Priester erzählt Murrow von einem 94 - jährigen Pater Spirow. Der hat sich mit Murrows theologischen Thesen beschäftigt und hält vieles davon für Blödsinn. Benson überredet Murrow am nächsten Morgen mit ihm zusammen Pater Spirow zu besuchen.

Murrow hat eigentlich nicht so große Lust sich Hirngespinste eines 94 - Jährigen anzuhören. Als Benson und Murrow dann aber an Spiros Haustür klopfen, erfahren sie, dass der soeben verstorben ist. Benson tippt auf Mord und erzählt David Murrow nun eine unglaubliche Geschichte. Es soll eine Schatzkarte aus biblischer Zeit geben, auf der angeblich etwas von Jesus Christus enthalten ist. Den genauen Inhalt kennt niemand. Aber alles hat mit dem Thema Mann - Sein zu tun.

Die Geschichte nimmt Fahrt auf. Murrow fliegt nach Amerika und trifft einen hebräischen Gelehrten und Experten für hebräische Dialekte. In Griechenland dann trifft Murrow plötzlich wieder auf Pater Benson. Beide reden in einem Kloster mit Gerasimos. Spannung und Action stecken drin in der Geschichte um die Schatzkarte, so manch eine wundersame Begegnung auch.

Leider spinnt Murrow diese Geschichte nicht weiter und genau da beginne ich zu kritisieren. Viel faszinierender wäre es gewesen, wenn der Autor seine wunderbare Geschichte für sich allein hätte sprechen lassen. Zweifellos besitzt sie geistliches Potenzial. Murrow hätte sie nur zu Ende erzählen müssen, seine Einleitung streichen und den zweiten Teil seines Buches mit in die Geschichte aufnehmen müssen.

Im zweiten Teil dann beginnt der Autor sozusagen die Ergebnisse seiner Geschichte zusammenzufassen. Er pflückt noch einmal das Matthäusevangelium auseinander und sucht den Geheimcode des Autors. David Murrow präsentiert hier seine theologischen Thesen über das Mann sein in der Gemeinde, dabei geht er ins Detail und landet erfreulicherweise oft im praktischen Alltag. Neben der schriftstellerischen Qualität überzeugt der Autor mich hier auch mit seinen theologischen Ansätzen. Auch dies ist spannend zu lesen, aber noch immer ärgere ich mich über die Fehlentscheidung des Autors: Die Geschichte für sich allein sprechend wäre viel eindrucksvoller gewesen!

Dieses Buch besitzt eine enorme geistliche Wucht, der man sich kaum entziehen kann. Über dieses Buch wird noch viel gesprochen werden!

cap - books, ISBN 978-3-867-73127-0, Preis 14, 95 Euro

über dieses Buch könnt ihr gern auf unserer Facebookseite reden:

 http://www.facebook.com/pages/B%C3%BCcherver%C3%A4ndernleben/302273256481601?v=wall

Nach oben