David Graeber: Schulden

Ob nun vom literarischen Aspekt her gesehen oder vom wissenschaftlich - wirtschaftlichen, dieses Buch muss der einigermaßen politisch Interessierte einfach gelesen haben.

David Graeber ist den Schulden auf der Spur und er beginnt dabei bei den Menschen die bereits vor Jahrtausenden gelebt haben. Er setzt genau da an wo die Mechanismen des Finanzwesens in aller Primitivität und Unerfahrenheit sich begonnen haben zu entwickeln.

Im besonderen Fokus stehen dabei immer wieder die Schulden. Graeber sieht sie als legitimes Mittel der Finanzwelt, aber auch als Ursache für Gewalt und Krieg in der Welt.

Starke Zweifel werden in mir beim Lesen laut, als der Autor darüber beginnt Nachzudenken ob Schulden überhaupt zurückgezahlt werden müssen. Natürlich beginne nicht nur ich dabei sofort an Griechenland zu denken und vor allem daran, was geschieht mit Deutschland, wenn bereits alle gezahlten Millionen nie wieder zurückfließen?

Nicht immer stimme ich mit David Graeber überein, aber sein spannendes Buch kann ich nur empfehlen?

Das Buch lässt auch nach dem Lesen nicht so schnell los. Gerade was die Frage des zurückzahlens von Schulden betrifft, hat mich der Autor dann doch mehr beeindruckt als ich noch während des Lesens für möglich hielt. Immer öfter frage ich mich, ist es nicht oft für alle Beteiligten besser, wenn man sich darauf einigt Schulden nicht zurückzuzahlen?

Klett Cotta, ISBN 978-3-608-94767-0, Preis 26, 95 Euro

 

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