Dianne B. Collard:  Briefe an einen Mörder

Die Autorin sitzt in Wien in einem Gottesdienst und plötzlich folgt sie nicht mehr der Predigt, sondern betet für ihren 23 jährigen Sohn im weit entfernten Amerika. Wenig später erfährt die Amerikanerin, dass ihr Sohn durch mehrere Kopfschüsse ermordet wurde. Damit ist das Leben eines jungen Mannes, dessen Frau in wenigen Wochen ein Kind erwartete, erloschen.

Schnell, wie unter Schock, reist Dianne B. Collard mit ihrem Mann nach Hause. Trauer, Wut und Nichtverstehen überkommen sie und es vergeht Zeit bevor die Autorin sich fragt was sagt Gott eigentlich zu dieser Geschichte? Die Autorin schreibt in ihrem Buch, sie fühlte förmlich wie Gott Vergebung von ihr forderte. Und die beinah unmenschliche Reise der Dianne B. Collard zur Vergebung dem Mörder ihres Sohnes gegenüber beginnt. Eindrucksvoll  lässt sie uns teilhaben an dieser schmerzlichen Reise.

Zwischen den Texten gibt es immer wieder Einschübe in denen Studien zitiert werden. Zunächst störten mich diese Unterbrechungen, aber bald schon war mir klar, die Autorin hat ihr Buch nicht in erster Linie geschrieben um einen Bestseller damit zu landen, sondern um ihren Lesern sehr genau auf Augenhöhe und aus unterschiedlichen Blickwinkeln heraus zu zeigen wie heilsam die beschwerliche Reise der Vergebung enden kann.

Glücklicherweise muss nicht jeder  Lesern so eine Geschichte erleben wie die Autorin, aber Streit und Beleidigungen gibt es wohl im Leben eines jeden von uns. Um wievieles harmloser erscheinen unsere täglichen Geschichten, jeder sollte sich nach diesem Buch selbst fragen wie oft er  in seinem Leben vergeben hat !

Gerth Medien, ISBN 978-3-865-91664-8, Preis 12, 99 Euro

 

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