Lynn Austin:  Bibliothek der Träume

Alice ist eine kleine blone Person, die eigentlich nur in ihrer Bücherwelt lebt. Gleich zu Beginn der Geschichte verliert sie ihre Anstellung als Bibliothekarin und auch ihren Freund. Der hat es satt ständig nur von Büchern hören zu müssen.

Todtraurig geht die Pastorentochter nach Kentucky. Vom Leben hat sie keine Ahnung und die Bibliothekarin in der kleinen fast menschenleeren Stadt entpuppt sich plötzlich auch noch als Mann. Der wird schon an Alices zweitem Tag lebensgefährlich angeschossen.

Zunächst fühlte ich mich beim Lesen stark an Catherine Marshalls "Christy" - Bestseller erinnert. Auch dort geht eine junge Frau aus gut behütetem Hause Anfang des letzten Jahrhunderts in eine einsame Gegend, gerät in eine Art Mausefalle, will am liebsten gleich wieder nach Hause und lernt dann das Leben kennen.

Glücklicherweise entwickelt Lynn Austins Geschichte dann aber doch eine wunderbare Eigendynamik. Alice, die ihre Geschichte selbst erzählt, lernt täglich Dinge fürs Leben. Egal ob sie zum ersten Mal ein Pferd berührt, neue Menschen kennenlernt oder zum ersten Mal das Wort Bücherbotin hört. Bücherbotinnen waren in den 30er Jahren zu Pferd unterwegs um Leser in den entlegendsten Winkeln mit Büchern zu versorgen. Oft waren diese Bücherboten das einzige Bindeglied zum nächsten weit entfernten Ort.

Das Rezept der Lynn Austin: Erzähltalent, Politik und Liebe ist wieder einmal aufgegangen!

Übrigens: Die Autorin wird am 12. Mai zum Autorenfestival nach Marburg kommen. An diesem Tag wird Zeit sein für Begegnungen zwischen Fans und Autorin.

Verlag der Francke Buchhandlung, ISBN 978-3-868-27302-1, Preis 15, 95 Euro

 Neu: Ab sofort könnt Ihr über diesen Titel auf facebook diskutieren:

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