Ben Aaronovitch: Schwarzer Mond über Soho

Dieser Krimi ist ausschließlich etwas für Jazzfreunde. Ausflüge in die 30er Jahre des Jazz sind keine Seltenheit. Reale Jazzgrößen und ihre Titel werden genannt. Stellenweise riecht man förmlich die alten Platten.

Nun aber zum eigentlichen Krimi. Constable Peter Grant ist der uneingeschränkte Held des Buches. Hin und wieder gerät er zwar selbst in missliche Lagen, aber letztendlich behält er den Überblick. Zusammen mit seinem Chef Detective Inspector Thomas Nightingale haben mich beide bestens unterhalten. Wobei es stellenweise doch ziemlich brutal zuging, allein wenn ich daran denke, dass ein Mann seiner Männlichkeit beraubt auf dem Klo sitzt und verblutet.

Peter Grant und Thomas Nightingale gehören zu einer geheimen Einheit die Zauberern und Magie - Dillettanten auf die Schliche kommen sollen. Schnell würde man vielleicht sagen, wer glaubt schon noch an solchen Quatsch, aber es gibt Fakten die sich nicht anders erklären lassen. So sind beispielsweise in den letzten fünf Jahren jährlich drei Jazzmusiker nach ihrem Auftritt im Londoner Raum verstorben. Soeben hat Dr. Walid Constable Grant zu sich ins Krankenhaus zu einer weiteren Leiche gerufen. Wieder handelt es sich um einen Jazzmusiker. Beide Männer hören vom Körper der Leiche einen Jazztitel und sind sich sofort einig: "Das ist Body and Soul", aber wie kann es sein, dass beide Männer diesen Titel noch Stunden nach dem Tod des Musikers den Titel hören?

Der Autor hat die Figur des Peter Grant sehr schön beschrieben. Die Handlung reicht ins familiäre des Londoner Bobby hinein, dessen Vater übrigens auch ein Jazzmusiker ist. Gut vorstellen kann ich mir, dass es demnächst eine ganze Reihe über Constable Peter Grant zu lesen gibt. Das Potenzial ist auf alle Fälle vorhanden!
 
dtv, ISBN 978-3-423-21380-6, Preis 9,95 Euro

 

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