Wilfried Härle:  Würde - Groß vom Menschen denken

 

Wie ist es bestellt um die Menschenwürde? Wo lässt sie sich im Alltag finden? Warum vergessen wir so oft unsere Verantwortung für die Schöpfung und schreiten nicht ein wenn Menschen ihre Stellung ausnutzen und das Wort Menschenwürde missbrauchen?

In zehn Kapiteln beleuchtet der Theologieprofessor Wilfried Härle den Begriff Menschenwürde sehr eingehend. Es wird in seinem Buch sehr deutlich, dass man sich diesem Begriff auf sehr unterschiedliche Weise nähern kann. Ob ich mich dem Begriff in ethischer oder rechtlicher Hinsicht nähere, kommt immer auf die Beweggründe an warum sich jemand mit diesem Begriff beschäftigt.

Härles breites Entfächern des Begriffes geschieht an sehr konkreten Alltagssituationen. Was beispielsweise hat die Menschenwürde mit Begriffen wie: Klonen, Leihmutterschaft und Abtreibung zu tun? Es gibt oft zwei sich unversöhnlich gegenüberstehende Parteien die beide für sich die Menschenwürde beanspruchen.

In dieser schwierigen Situation kommt Härle besonders mit seinem siebten Kapitel dem Leser zu Hilfe: "Der Mensch als Würdeträger und Würdeadressat" hat er es genannt. Gerade bei der Entstehung eines Menschen zeigt sich die ungeheuere Schwierigkeit des Themas. Wann beispielsweise beginnt ein Mensch ein Mensch zu sein? Eine Einigung darüber konnte selbst nach jahrzehntelanger Diskussion unter Fachleuten nicht erzielt werden.

Immer wieder zeigt Wilfried Härle in seinem Buch die Schwierigkeiten die wir Menschen uns mit dem Begriff Menschenwürde selbst bereiten. Der Autor hält ein Angebot für uns bereit: "Nur wo groß vom Menschen gedacht wird, ist seine Würde nicht gefährdet."

 

Christian  Döring

 

Diederichs, ISBN 978-3-424-35032-6, Preis 16, 99 Euro

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