Dan Lungu:  Wie man eine Frau vergisst

 

Seitenweise kann man sich in diesem Buch, dass von Andi und seiner Freundin Marga handelt, glänzend amüsieren, aber es gibt auch Seiten da bekomme ich als Mann schon Mitleid mit dem Ärmsten.

Der Roman spielt im Rumänien der Nachwendezeit. Der nicht gerade reiche Journalist Andi gerät an Marga die die Tochter von noch immer sehr reichen Ex - Partei - Bonzen ist. Er will sie und eines Abends kommt er nach Hause und sie ist weg. Er glaubt es nicht, sucht sie zunächst in der Wohnung, weil es doch nicht sein kann, dass sie einfach so abhaut . . .

So wirr wie es grad in Andi aussieht, so durcheinander, aber dennoch gut lesbar geht es in diesem Roman, der in 36 Kapiteln geschrieben ist, zu. Mal erzählt Andi, mal Marga, dabei ist nicht viel von ihrer Person selbst zu erfahren, aber dies muss es auch nicht.

Spannend ist wie Andi sie vergisst. Er zieht zu seinem Freund, lange allerdings hält es ihn dort nicht, dann gibt es noch die Alternativen Gott oder Alkohol . . .

Das Buch liest sich schnell, hinterlässt jedoch einen melancholischen Geschmack der auch sichtbar wird wenn man heutzutage durch Rumänien fährt. Da ist viel Hoffnungslosigkeit und oft von Neubeginn nichts zu spüren und genau dies überträgt sich auf die Menschen, dies hat der Autor genial umgesetzt.

Dan Lungu ist ein begnadeter Erzähler, er setzt Stimmungen in Worte und schärft den Blick seiner Leser. Was er nicht verhindern kann, er lässt mich ein wenig ratlos zurück.

 

Christian  Döring

 

Residenz, ISBN 978-3-7017-1543-5, Preis 23, 90 Euro

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