Thomas Philipp:  Wie heute glauben?

 

Seit langem ist bekannt, dass viele Menschen auf der Suche nach einem lebbaren Glauben sind. Allerdings werden diese Menschen nicht heimisch in unseren Kirchen. Woran liegt das (?) fragt der Autor.

"Heute verbindet sich, zum Schaden leider, die menschlich - geistliche Erfahrung nicht mit dem theologischen Begriff. Die denkende Auseinandersetzung verliert (...) ihr lebendiges Fundament, ihre Attraktivität für die Jugend und ihre Bedeutung für die Gesellschaft." Solche erstaunlich offenen und ehrlichen Sätze finden sich eine ganze Menge in diesem Buch des Theologen Thomas Philipp, der über das Menschenbild in der psychosomatischen Medizin promoviert hat.

Philip geht auf aktuelle Themen und Probleme ein, die der Suchende heute mit dem Christentum hat und davon gibt es ziemlich viele. Von der "Krankheit des Kirchlichen Amtes" lese ich da, auch davon: "Die Bischöfe sollten "die Würde und Verantwortung der Laien in der Kirche anerkennen und fördern; sie sollen sich bereitwillig deren klugen Rat zunutze machen." Für viele aktive Laien in der katholischen Kirche muss dieser Satz wie Hohn klingen, das allein zeigt bereits wie richtig der Autor mit seiner Analyse liegt.

Suchenden und Katholiken selbst spricht Thomas Philipp aus dem Herzen. Sie werden dieses Buch mit Interesse und Zustimmung lesen. Hoffentlich lesen es auch die Mächtigen der katholischen Kirche und werden dann im Alltag andere Reden schwingen und Laien mehr Mitsprache ermöglichen. Vielleicht kommt ihnen ja sogar die Erleuchtung, dass Machterhalt allein längst nicht den Fensterplatz im Himmel garantiert.

 

Christian  Döring

 

Herder, ISBN 978-3-451-32348-5, Preis 17, 95 Euro

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