Nicholas Carr:  Wer bin ich, wenn ich online bin . . .

 

Dank dem Internet haben wir heute vom eigenen Wohnzimmer aus die Möglichkeit mit jedermann auf der ganzen Welt Informationen auszutauschen und uns stehen soviele Informationsquellen zur Verfügung wie keiner anderen Generation vor uns, aber was macht diese Tatsache mit uns?

Einige meinen wir würden schneller schlau, aber zu welchem Preis? Bislang dachte man, dass Gehirn eines erwachsenen Menschen verändert sich nicht mehr. Nicholas Carr schreibt in seinem Buch von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, die nun etwas anderes besagen. Heute gilt als anerkannt, dass das Internet uns nicht nur für die Zeit des online - seins verändert. Es hat viel mehr Auswirkungen auf dem Menschen. Das nicht mehr Bücher lesen können und die Nachrichtensucht sind da nur zwei von vielen Auswirkungen.

Der Autor schildert das Internet als eine Schwellenüberschreitung in ein völlig neues Zeitalter. Überschritten haben wir diese Schwelle noch lange nicht, wir sind grad noch so in der Schwebe über der Schwelle, die negativen Auswirkungen dieser Schwellenüberschreitung sind und längst nicht alle in ihrem Ausmaß bekannt.

Nicholas Carr erwähnt zwar die Erfindung des Alphabets und des Buchdrucks um andere große menschliche Schwellenüberschreitungen aufzuzeigen, die größte jedoch bleibt das Internet. Um nicht falsch verstanden zu werden: Carr verteufelt nicht, aber er fordert vor dem Knopfdruck am PC genau zu überlegen, brauche ich das Internet jetzt wirklich? Und wozu genau?

Es ist sicher wie so oft: Auf das richtige Maß kommt es an. Wird dies überschritten überwiegen die negativen Folgen.

 

Christian  Döring

 

Blessing, ISBN 978-3-89667-428-9, Preis 19, 95 Euro

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