Christoph Markschies:  Was von Humboldt noch zu lernen ist

 

Aus Anlass des zweihundertjährigen Jubiläum der preußischen Reformuniversität ist dieses Buch erschienen. Nach dem Lesen möchte ich hinzufügen es ist ein wichtiger Schritt zur Identitätsfindung. Auf diesem Weg gelangt man nie bis zum Ziel, aber dieses Buch ist ein Meilenstein der Selbstfindung unter Beachtung der Traditionen die nicht immer schlecht waren.

Universitätspräsident Markschies hat sehr einfühlsame Portraits der Brüder Humboldt und ihres Verhältnisses zueinander geschrieben, auch er fordert darin eine gelegentliche Rückbesinnung auf erhaltenswerte Ideen.

Der Autor hat mehrere Themen in seinem Buch angepackt. Er referiert beispielsweise über "Die Elite und der Durchschnitt" und präsentiert die Theologie, Universität und Gesellschaft in einigen historischen Momentaufnahmen. Besonders interessant sein Beitrag "Die Zukunft der Geisteswissenschaft".

Dies werden keine Lobeshymnen. Markschies stellt fest: "Die prophetische Kompetenz der Theologen hat seit dem Mittelalter beständig abgenommen."  Aber keine Angst, der Autor bleibt nicht beim Gejammer stehen. Er entwickelt Visionen sehr konkret.

Dieses Buch enthält eine klare Ausrichtung in die Zukunft. Dank des Autors steht die Bedeutung des Humboldtschen Wissenschaftskonzepts in der Vergangenheit und in der Gegenwart, als auch die Frage, was von Humboldt für den Weg der Universität in die Zukunft zu lernen ist im Mittelpunkt.

 

Christian  Döring

 

Berlin University Press, ISBN 978-3-940432-81-0, Preis 29,90 Euro

http://www.amazon.de/Humboldt-noch-lernen-zweihundertj%C3%A4hrigen-Reformuniversit%C3%A4t/dp/3940432814/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=books&qid=1272449064&sr=8-1

 

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