K.L. Going:  Voll daneben

 

Liam ist zu Hause rausgeflogen. Er hat sich von seinem Vater gerade in dem Moment erwischen lassen, als er sich mit einem Mädchen über Vaters Schreibtisch legen wollte.

Der Vater des Jugendlichen ist der erfolgreiche Siegertyp, er gilt etwas und hat seine Familie fest im Griff. Liam hingegen sieht zwar gut aus, aber sonst? Mit Markenklamotten kennt er sich aus aber mit seinen schulischen Leistungen sieht es schlecht aus.

Die strengen Großeltern sollten Liam aufnehmen, aber die mochten er ebenso wenig wie sein Vater ihn. Liams Mutter hatte eine Idee. Sie fragte Tante Pete ob Liam eine Weile bei ihm wohnen darf. Tante Pete ist der durchgeknallte schwule Bruder von Liams Vater.

Die Mutter bringt ihren Sohn in die Wohnwagensiedlung von Tante Pete. Beide sind sich fremd, aber sie versuchen es auf Augenhöhe miteinander. Und Pete hat Freunde.

Das Buch ist für Jugendliche ab 14 Jahre geschrieben. Die 50 nicht all zu langen Kapitel beginnen stehts mit einem kursiv gedruckten Teil, in dem Liam Szenen aus seinem bisherigen Familienleben mit Mom und Dad preis gibt. Danach schließt sich der Teil an in dem Liam von seinem Leben in der Wohnwagensiedlung berichtet.

Er findet zum ersten Mal in seinem Leben richtige Freunde. Einmal sagt er: "Zum ersten Mal wird mir Verantwortung übertragen."

Liam beginnt hier eigenständig über sein Leben nachzudenken. Das Buch berührt so sehr, weil es so unkompliziert gängige Normen durchbricht, weil es einen Jugendlichen zeigt der aus Wut des Vaters zu Hause rausgeflogen ist und aus dieser Bestrafung heraus die Chance nutzt doch noch seinen Platz im Leben zu finden.

Vielleicht wünscht sich Liams Vater am Ende des Buches, dass er seinen Sohn niemals hinausgeworfen hätte, aber dann kann selbst dieser so mächtige und immer alles richtig machende Vater nichts mehr beeinflussen. Als Leser bin ich mit dieser völlig neuen Situation sehr einverstanden.

 

Christian  Döring

 

Baumhaus Verlag, ISBN 978-3-8339-3825-2, Preis 12, 99 Euro

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