Tana French:  Sterbenskalt

 

Manchmal sind es die kurzen Momente, die unser Leben grundlegend umkrempeln, die alles verändern. Manchmal sind eben diese Momente so mächtig, dass wir ihnen beinah ohnmächtig gegenüberstehen. Manchmal sind wir in diesen starken Momenten, die wir nie vergessen, einfach nur dazu verurteilt zuzuschauen und abzuwarten.

Frank weiß ein Lied davon zu singen. Seiner Welt in der er aufwuchs wollte er entfliehen. Bei Nacht und Nebel war sein Weglaufen geplant, von ihm und seiner großen Liebe Rosie. Wer nicht kam war sie und so ging er allein.

Wieder einmal beeindruckt die junge Irin Tana French mit ihrem genialen Erzählstil. Sie zieht Leser in ihren Bann und sorgt dafür, dass diese ihre Bücher erst wieder weglegen, wenn auch die letzten Buchstaben gelesen sind.

Aus Frank ist inzwischen ein Polizist geworden. Nachdem er erfahren hat, dass Rosies gepackter Koffer gefunden wurde, kehrt er zurück an den Ort an dem seine Flucht begann. 22 Jahre ist das alles her. Neugierig beginnt Frank Fragen zu stellen . . .

Dieser Kriminalroman ist natürlich wegen seiner Spannung bis zur letzten Seite zu empfehlen, aber vor allem auch, weil er an das eigene Leben und prägende beziehungsweise richtungsweisende Momente erinnert. Dieses Buch verstehe ich als Aufruf, dass eigene Leben nicht einfach so durch die Finger zerrinnen zu lassen.

 

Christian  Döring

 

Scherz, ISBN 978-3-35021-0216-8, Preis 16, 95 Euro

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