Michael Chabon:  Schurken der Landstrasse

Chabon wollte endlich mal was anderes schreiben, also begab er sich zurück in das Jahr 950 und traf Zelikman und Amram, die in der Gegend um die kaukasischen Berge umherstreiften und sich durchs Leben schlugen.

Wobei schlugen zum Teil jedenfalls sehr wörtlich gemeint ist. Sie kämpften auf Leben und Tot gegeneinander. Die Zuschauer waren begeistert und gaben sogar Geld dafür. Der Kampf war echt, so jedenfalls wurde es den Zuschauern vorgegaukelt, hinterher teilten die beiden Schurken sich heimlich die Einnahmen.

Zelikman war ein fränkischer Jude, gelegentlich auch mal Auftragsmörder, Amram war von riesenhafter Gestalt und hielt viel auf seine afrikanisch - jüdische Herkunft. Er behauptete sogar ein Nachfahre der legendären Königin von Saba zu sein.

Diese beiden Männer lebten von Betrügereien und anderen kriminellen kleineren Untaten. Dabei waren sie nicht wirklich böse. Mein Herz haben beide im Sturm erobert. Das liegt sicher auch daran das Michael Chabon die beiden Typen so voller Humor und Fantasie beschreibt.

Einen tiefen Einschnitt in ihr Schurkenleben erleben die beiden, als sie plötzlich gezwungen werden auf den entmachteten Prinzen der Chasaren aufzupassen. Der schlechtgelaunte Jüngling will unbedingt seinen Vater rächen und seinen brutalen Bruder besiegen.

Dieser Abenteuerroman ist sicher auch für Jugendliche geeignet. Lächelnd und nachdenklich lässt Chabon seinen Leser zurück.

 

Christian Döring

 

Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3-462-04189-7, Preis 17,95 Euro

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