Franz Innerhofer:  Schöne Tage

so authentisch, dass einem die Luft wegbleibt . . .

Dieses Buch ist nicht neu. Es hat in seinen fast 40 Lebensjahrenbereits ,viele Auflagen in vielen Verlagen erlebt. Über dieses Buch wird immer wieder heftig neu diskutiert und gestritten. In dieser Auflage und das ist neu, ist ein bemerkenswertes Nachwort von Karl - Markus Gauß enthalten.

Der Autor des Buches Franz Innerhofer hat sich 2002 das Leben genommen. Vielleicht führt diese Tatsache mitten in sein Buch hinein.

"Schöne Tage" ist die Aneinanderreihung von Erlebnissen die Franz Innerhofer in seiner frühen Kindheit hat über sich ergehen lassen müssen. Auf einem Bauernhof in Österreich wächst der unehelich Geborene auf und beim Lesen fallen mir Begriffe wie Leibeigener und Sklave ein. Innerhofer zerstört bei mir die heile Welt der kleinen, ach so idyllischen Bergdörfer.

Auch Karl - Markus Gauß setzt an genau dieser Stelle an. Er schreibt, dass Innerhofer seine Kritiker vor allem deshalb auf den Plan rief, weil er gegen die so sehr gepflegte Idylle anschrieb. Manchmal hörte der Autor andere über sich sagen er sei ein "Schmutzfink" oder auch "Nestbeschmutzer", dafür jedoch lobten ihn andere wieder als jemanden der den Mut hatte alles genau beim Namen zu nennen.

Auch die katholische Kirche kommt nicht ungeschoren davon. Ihre Moralvorstellungen werden von Innerhofer thematisiert und sehr genau beschreibt der Autor, der ein exellenter Beobachter gewesen sein muss, was er mit dieser Kirche alles erlebt hat.

Ein zeitloses Stück Literatur, dass ich sehr empfehle!

Residenz Verlag, ISBN 978-3-701-71574-9, Preis 19, 90 Euro

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