Dick und Felix Francis: Schikanen

 

Der elegant gekleidete Angeklagte ist gerade mal 23 Jahre alt und tut so als könne er kein Wässerchen trüben.

Aber ohne Grund wird wohl niemand zu einer Freiheitsstrafe von 8 Jahren verurteilt. Der Anwalt, der in diesem Buch höchstpersönlich die Geschichte erzählt, berichtet von Körperverletzung in vier Fällen, gefährlicher Körperverletzung in drei Fällen und sogar von einem Mordversuch. Das Söhnchen reicher Eltern hat also ein reich gefülltes Sündenregister.

Dick Francis und Sohn Felix haben sich hier einen guten, beinah würde ich sagen altehrwürdigen englischen Krimi geschrieben. Nichts lässt sich vorausplanen, sogar Humor ist dabei und der Anwalt ist ein Pferdenarr so wie sich das für einen guten englischen Roman gehört.

Der Anwalt hat von Anfang an keine gute Meinung von seinem Mandanten. Er versteigert sich sogar in der Äußerung, dass er ihn am liebsten einsperren will und danach den Schlüssel wegwerfen möchte.

Aber der Angeklagte wird natürlich rechtsstaatlich verurteilt und doch kommt alles ganz anders. Dies ist auch etwas ganz besonders feines in diesem Krimi: die gut durchdachten Wendungen, denn nicht im Traum hätte der Anwalt daran gedacht, dass sein Mandant lange vor seinen acht Jahren das Gefängnis verlassen darf.

Dann nimmt der Krimi noch einmal so richtig Tempo auf und man ist als Leser gezwungen, den Rest des Buches in einem Stück durchzulesen um nicht an Schlafstörungen zu leiden.

Christian Döring

 

Diogenes Verlag, ISBN 978-3-2570-674-46, Preis 22,90 Euro

 

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