Jasmin Tabatabai:  Rosenjahre

 

1956 lernte eine junge deutsche Frau auf dem Münchner Oktoberfest den iranischen Unternehmer Modjtaba kennen. Sie verlieben sich und die junge Deutsche geht mit in den Iran.

Nach einer Märchenhochzeit  bekommt das Ehepaar Kinder. Eines davon ist Jasmin Tabatabai - heute eine der beliebtesten Schauspielerinnen in Deutschland. Sie beschreibt nun in diesem Buch wie sie im Iran, dem modernen Iran vor der islamischen Revolution, aufgewachsen ist und unter welchen Umständen sie nach Deutschland gelangte.

Als im September '78 die islamische Revolution Einzug hält, geht für Jasmin ihre glückliche Zeit in Teheran zu Ende. Sehr schön beschreibt die Autorin wie die Menschen sich plötzlich in großer Mehrheit einig darin waren, sich gegen den Schah zu stellen, aber nicht sagen konnten was sie sich für die Zeit danach wünschten. Jasmin hörte zum ersten Mal von Kommunismus - Kriegsrecht und einer Regierung in der die Mullahs das sagen haben sollten.

Quer durch die Familie Tabatabai ging die Zerrissenheit über diese Frage ob Schah oder Revolution. Im Dezember 1978 ging Jasmin mit ihrer Mutter nach Deutschland. Mittellos standen sie nun in Deutschland. Devisen aus dem Iran nach Deutschland mitzubringen war nahezu unmöglich.

Gerade den politisch interessierten Leser wird dieses Buch eine ganze Menge an Informationen über den modernen Iran vor der Revolution und über die vollzogenen Veränderungen in der islamischen Republik Iran bringen. Jasmin Tabatabai erwähnt unter anderem, dass die Mullahs während der Revolution mit den Kommunisten paktierten und diese dann nach dem Sieg der Revolution massenweise von den Mullahs hingerichtet wurden.

Dieses Buch ist nicht nur die Familiengeschichte der Tabatabais, es zeigt auch wohin religiöser Fanatismus führt - ein Thema das noch immer sehr aktuell ist.

 

Christian  Döring

 

Ullstein, ISBN 978-3-550-08837-7, Preis 19, 95 Euro

Nach oben