Elmore Leonard:  Road Dogs

 

Der weit über 80 jährige Elmore Leonard kann nicht aufhören zu schreiben und das ist gut so. Mit "Road Dogs" hat der amerikanische Kultautor die Geschichte von zwei sehr unterschiedlichen Knastbrüdern aufgeschrieben, die sich im Polizeiwagen auf dem Weg in den Knast kennenlernen.

Auf dieser einstündigen Fahrt wird nicht ein einziges Wort gesprochen und dennoch entsteht zwischen dem schwerreichen kubanischen Gangster Cundo und Foley, dem man nachsagt wohl 100 Banken überfallen zu haben so etwas wie eine Freundschaft. Sie reden miteinander über Gott und die Welt, aber auch über privates, zum Beispiel über Cundos Frau Dawn die angeblich wie eine Heilige lebt und auf ihren Cundo wartet.

Die Freundschaft der beiden Männer geht sogar so weit, dass Cundo einen Teil seines Geldes in eine Anwältin investiert. Ihr gelingt es aus den 30 Jahren Haft für Foley 30 Monate werden zu lassen. Foley kommt nun sogar noch früher aus dem Knast heraus als Cundo.

Der Kubaner bietet Foley eine Wohnung und erwartet von ihm Dawn ein wenig im Auge zu behalten . . .

Altmeister Elmore Leonard hat mit diesem zum Ende hin brutaler werdenden Buch noch einmal ein Meisterwerk geschaffen. Tief schaut er in die Abgründe menschlichen Denkens und Handelns.

Bei Leonhard fließt nicht einfach nur Blut. Da besitzen die Dialoge Sinn und Qualität und dem Leser ist es unmöglich zu erahnen wie es in der Geschichte wohl weitergehen könnte.

 

Christian Döring

 

Eichborn, ISBN 978-3-8218-6119-7, Preis 19, 95 Euro

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