Lukas Hässig: Paradies Perdu

 

Seit die Schweiz 1934 ihr Bankgeheimnis begründete ist viel geschehen. Eigentlich wollte sie ein sicherer Ort für Geldanleger sein, inzwischen jedoch kann davon längst nicht mehr gesprochen werden.

Autor Lukas Hässig absolvierte bei der Schweizerischen Nationalbank eine kaufmännische Lehre, er weiß also bestens wovon er schreibt. Er hat inzwischen die Seiten gewechselt und ist seit 2006 freier Autor für verschiedenste Zeitungen.

Eins steht fest: Das Geldanlegeparadies Schweiz gibt es nicht mehr. Im Zeitalter des Handels mit geklauten Daten die von Regierungen aufgekauft werden, kann sich niemand mehr seines in die Schweiz geschafften Geldes sicher sein.

Dieses Buch beschäftigt sich aber eigentlich mehr mit dem was wirklich hinter den Kulissen läuft. Wie war das genau als ein Amerikaner, der bereits einige Jahre in der Schweiz gearbeitet hatte, zurückflog in die USA und die Großbank UBS verriet? Hässig beschreibt wie sich das anfühlt wenn nach außen hin solide wirkende Fassaden plötzlich wie Kartenhäuser zusammenfallen und weltweite Finanzkrisen auslösen.

Die Schweizer sind längst unter massiven Druck geraten. Die Welt ist im Begriff sich grundlegend zu verändern. Das Paradies gibt es längst nicht mehr, zumindest nicht mehr auf Erden.

Lukas Hässig zeigt in seinen neun Kapiteln wie es in der Finanzwelt zugeht. Er beschreibt Mechanismen, zerstörte und noch bestehende. Er geht davon aus, dass noch weit über 600 Milliarden Franken von deutschen Anlegern in der Schweiz liegen, die dem kleinen Ex - paradies nun verlustig gehen. Aber ohne Bankgeheimnis keine geheimen Anlagen mehr. . .

Für den Autor ist die Schweiz ein Land das es gerade mit dem Bankgeheimnis zur Blüte geschafft hat, aber nun da besonders die Amerikaner und die Deutschen die Schweiz fallengelassen haben und der deutsche Finanzminister von einer vollständigen Auflösung des Schweizer Bankgeheimnisses ausgeht, ist das Paradies wie gesagt Perdu.

Um die Finanzwelt besser zu verstehen sollte man dieses Buch unbedingt gelesen haben.

 

 

Christian Döring

 

Hoffmann und Campe, ISBN 978-3-455-50155-1, Preis 22,00 Euro

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