Jens Söring:  Nicht schuldig!

Der Autor dieses Buches ist Deutscher und sitzt seit mehr als zwei Jahrzehnten im amerikanischen Knast.

Seit Jahren kämpft der Diplomatensohn erfolglos um seine Freilassung. Sein Pech war, dass er in Amerika eine Freundin fand, die gerade geplant hatte ihre Eltern zu ermorden. Laut Jens Söring ist er unschuldig und dient nun als Sündenbock für das was im August 1984 geschah.

Zu zwei mal lebenslänglich verurteilte ihn die amerikanische Justitz. Immer wieder macht er sich neue Hoffnungen auf seine Entlassung aus dem Gefängnis und einer anschließenden Abschiebung nach Deutschland. Immer wieder sieht er sich enttäuscht.

In 21 Kapiteln beschreibt Söring seine komplizierte Beziehung zu seiner Freundin Elisabeth. Seitenweise Sexerlebnisse mit Elisabeth hätte der Autor sich meines Erachtens sparen können, sie lassen aber doch ganz offensichtlich etwas von der Beziehung der beiden zueinander erahnen. Hat Elisabeth Jens von Anfang an in der Hand? Benutzt sie ihn nur?

Das eigentlich spannende und für den deutschen Leser unglaubliche an diesem Buch sind die Beschreibungen des Autors wie er mit seinem Fall inzwischen sogar zwischen politische Fronten gerät und den Amerikanern beim Senatswahlkampf als Thema dient.

Dieser unglaubliche Fall wäre so in Deutschland undenkbar. Im Februar 2011 besuchte ihn der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Markus Löning. Noch hat Jens Söring Hoffnung. Sein letzter Satz im Buch: "Irgendwann fällt jede Mauer. Wer wüsste das besser als wir Deutschen?"

Betroffen bleibe ich als Leser zurück!

Droemer, ISBN 978-3-426-27579-7, Preis 19, 99 Euro

 

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