Betina Gonzalez: Nach allen Regeln der Kunst

 

Niemand weiß besser als in diesem Falle der Rezensent wie es ist ohne Vater aufzuwachsen. Und doch ist hier in dieser Geschichte vieles anders. Manchmal rief er noch an, der Vater, an den Claudia noch ganz verschwommene Erinnerungen hat. Wie er eigentlich war, das reimt sie sich mehr oder weniger aus Traum und Wirklichkeit zusammen.

Als der Vater tot ist, beginnt die inzwischen große Tochter ihn zu suchen. Wer war er eigentlich wirklich? Wie war er?

Das Glück kommt Claudia zur Hilfe. Bei einer Haushaltsauflösung entdeckt sie eine Skulptur, die ihr Vater, der Bildhauer war, einst erschaffen hat. Die alternde Ballerina, weiß nicht das die junge Frau vor ihr die Tochter ihres einstigen Geliebten ist. Freimütig und ohne irgendwelche Rücksicht zu nehmen, erzählt sie von ihrem Geliebten in allen Einzelheiten.

Für Claudio zerbricht eine Vaterfigur. Vor ihr entsteht ein neuer Mann. Aber egal wie und wer er war, es war doch ihr Vater.

Dieses Buch beschreibt eine Tochter - Vater - Liebe die nie eine Chance hatte sich zu entfalten, weil der Vater die Familie verließ. Dieses Buch beschreibt in einer wundervollen Sprache die Sehnsucht der Tochter nach ihrem unerreichbaren Vater.

In Argentinien stand dieses Buch monatelang auf Platz eins der Bestsellerlisten. Für mich ist es dort nun auch angelangt. Dieses Buch hat einen Hauch von Poesie, stimmt manchmal traurig, aber nie hoffnungslos. Betina Gonzalez weiß in den Bann zu ziehen, von ihr würde ich gern mehr lesen.

 

Christian  Döring

 

Hoffmann und Campe, ISBN 978-3-455-40156-1, Preis 18,00 Euro

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