O.P. Zier:  Mordsonate

 

Dieser Roman baut auf und weidet sich an der Verwirrung, die er beim Leser anrichtet. Was hat sich O. P. Zier nur dabei gedacht?

Ausgerechnet im schönen Salzburg, unter den im Buch sichtbar gewordenen Tränen Mozarts, wird Birgit, das Klavier spielende Wunderkind, entführt.

Sie wird in ein Sommerhaus eingesperrt, vor ein verstimmtes Klavier gesetzt und Hans Wegner der Entführer lauscht der bestellten Sonate. Er hält das Mädchen fest. Damit ist der Weg für seine Tochter zum internationalen Klavierwettbewerb frei - das Wunderkind ausgeschaltet.

Hans Wegner gehört zur Feschistenpartei. Einer Partei in der man mindestens 1, 5 Promille im Blut haben muss um Parteikarriere zu machen.

Nicht genug der Verwirrung, Zier setzt noch eins drauf: Finger des entführten Mädchens tauchen in Salzburg verteilt auf. Die Musiklehrerin von Birgit wird ermordet.

Dieser Roman mit höchster politischer Brisanz, zahlreichen Anspielungen auf den politischen Alltag in Österreich und etwas abgewandelt auch anderswo, ist aus taktischen Gründen des Autors verwirrend. Verwirrend und widersprüchlich wie der Alltag in Politik und Gesellschaft. Zier führt uns das Widersprüchliche vor Augen damit wir durchsehen.

Für mich ist dieses Buch keinesfalls ein Krimi, sondern eine sehr schonungslose Gesellschaftskritik vom feinsten.

 

Residenz Verlag, ISBN 978-3-7017-1554-1, Preis 22, 90 Euro

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