Aher Arop Bol:  Mond über der Savanne

In den Nachrichten können wir es beinah nicht mehr hören wenn wieder einmal von Tausenden afrikanischen Flüchtlingen die Rede ist. Auf diesem Kontinent sind mehrere Flüchtlinswellen unterwegs. Im vorliegenden Buch beschreibt der Flüchtlinsjunge Aher wie er seine Flucht erlebte.

Von Nairobi aus floh er mutterseelenallein nach Simbabwe. Er ist ein Opfer des Krieges im Sudan gewesen. Alle seine Familienmitglieder hatte er verloren und stand nun allein in Harare. Er lernte Hunger, Korruption, Nächstenliebe und Freunde kennen. Wichtig war ihm von Anfang an eine gute Schulbildung.

Mit viel Glück traf er 1998 einen Schuldirektor der sich daran erinnerte selbst einmal Flüchtling gewesen zu sein und ihn an seiner aufnam. Aher hatte Gott angefleht ihn auf eine Schule gehen zu lassen, als dann das ja kam sagte Aher: "Gott hat mein Gebet erhört! Er war also doch für mich da." So kam der Junge auf diese Schule mit einem angeschlossenen Internat. Es fiel ihm schwer zusehen zu müssen wie alle anderen in den Ferien zu ihren Eltern fuhren, er selbst hatte niemand mehr.

Seine Flucht bringt ihn von Simbabwe weiter nach Südafrika. Im Jahre 2002 erfährt er dort, dass seine Mutter ihn überall sucht. Von da an gibt es für ihn kein halten mehr. Dieser bewegende, unter die Haut gehende Bericht des afrikanischen Flüchtlingsjungen Aher macht mehr als alle Nachrichten deutlich, was es bedeutet Flüchtling zu sein.

Auf den letzten Seiten des Buches schreibt Aher: "Ich rannte, um mein verlorenes Leben wiederzugewinnen." Nach 15 verlorenen Jahren darf er wieder seine Mutter umarmen. Ob er seinen Vater und seine anderen Familienangehörigen je wieder sehen wird, erfährt der Leser in diesem Buch.

 

Christian  Döring

 

Brunnen Verlag, ISBN 978-3-7655-1768-6, Preis 12, 95 Euro

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