Erik Bengtson:   Miriam und das weiße Kreuz

 

Diese meisterhafte Erzählung ist eine informative Homage an die heile Welt der Amisch, die inzwischen auch Risse zeigt und sie ist die Beschreibung eines Fluchtversuches aus unserer schnelllebigen Welt.

Der Busfahrer Paul Morton ist noch fähig, danach zu fragen wie es weitergeht mit uns, die wir uns immer mehr von Technik und Scheinwelten beherrschen lassen. So begibt sich Paul der Schulbusfahrer aus der Stadt Baltimore in Amerika in eine Welt von der er hofft, dass sie heil ist.

Hier kann Paul durchatmen. In ihm beginnt Veränderung. Er lernt von der Lebensweise der Amisch, oft verkneift er es sich, Dinge zu hinterfragen. Er begegnet einem Mann, der nicht mehr zur Gemeinde gehören darf, weil seine Frau fremd gegangen ist und er in die Scheidung eingewilligt hat. Paul kann nicht verstehen, warum dieser Mann nun ausgeschlossen wurde. Der Mann lebt seit Jahren allein und er lebt noch immer wie ein Amischmann. Er selber sagt, es tut sehr weh, nicht mehr dazugehören zu dürfen.

Ausgerechnet diesem Mann brennt die Scheune ab. Es sieht nach Brandstiftung aus, die Polizei jedoch will er nicht holen. Paul Morten lernt hier seine Lektionen in den Fächern Liebe und Vergebung.

Zu Beginn dieser Geschichte, als Paul ins Amischland kommt, fragt er Miriam nach dem Weg. Als die Geschichte zu Ende ist, ist Miriam tot. Ein Amokläufer hat die Schule gestürmt. Ein Opfer war Miriam.

Paul Morton der Schulbusfahrer kommt wieder zurück in seine Welt. Er hat die andere kennengelernt und er weiß jetzt, dass er nicht so weiterleben wird wie bisher. Auf dem Cover ist nur die Gestalt eines Menschen zu erahnen. Der Betrachter erkennt nicht einmal ob es eine Frau oder ein Mann ist. Vielleicht sind Sie es oder ich, vielleicht bewahren wir uns die Gabe, öfter einmal bei unserer Lebensfahrt nach dem ' Wirklich weiter so?' zu fragen.

 

Christian  Döring

 

Brunnen Verlag, ISBN 978-3-7655-1748-8, Preis 12, 95 Euro

 

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