Ilka Piepgras: Meine Freundin, die Nonne

 

Es waren einmal zwei Mädchen. In der saarländischen Stadt Homburg trafen sie sich. Sie wurden unzertrennliche Freundinnen. In der Schule saßen sie zusammen und auch zum Ballettunterricht gingen sie am Nachmittag gemeinsam. Auf den Fotos im Buch kann ich sie noch tanzen sehen.

Aber dann nach der Schule trennen sich die Wege der Beiden grundlegend. Ilka wird Journalistin und arbeitet heute als Redakteurin für die ZEIT und Charlotte legt zum Entsetzen ihrer Familie ihren Namen ab und heißt ab sofort Diodora. Heute ist sie Äbtissin und trägt Verantwortung für 50 Nonnen.

20 Jahre haben sich Ilka und Charlotte nicht gesehen. Ilka macht sich nun auf den Weg nach Griechenland. Sie will wissen was aus ihrer Freundin geworden ist.

Die Autorin lernt die orthodoxe Welt kennen. Sie trifft Diodora die ehemalige Charlotte. Ilka schaut sich alles genau an, fragt nach, lässt sich vieles erklären und meint: "So sehr mich das Leben im Kloster begeistert, so sehr schnürt es mir gelegentlich die Luft ab."

Ilka vergleicht das Leben ihrer Freundin mit ihrem. Die Journalistin in Berlin war verheiratet, ist geschieden, fühlt sich einsam und ihr fehlt der feste Fels, das Ziel für das es sich wirklich zu leben lohnt. In Griechenland erlebt Ilka die Gemeinschaft der Gläubigen. "Ich bin nicht gekommen, um fromm zu werden oder mein Leben sonst wie zu beschneiden. Ich will nicht leben wie die Nonnen. Aber ich wünsche mir, mich von ihnen inspirieren zu lassen, wie man für andere leben kann und dabei glücklich ist."

Die beeindruckenden Fotos verraten etwas von der Mystik auf die die Autorin in Griechenland gestoßen sein muss. Die Reise hat sie verändert, hat ihren Blick auf das Wesentliche im Leben geschärft.

Ilka hat Charlotte nicht mehr gefunden. In Diodora jedoch hat sie eine neue Freundin gewonnen.

 

Christian  Döring

 

Droemer, ISBN 978-3-4262-750-23, Preis 19,95 Euro

 

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