E.W. Heine:  Magna Mater

Selten habe ich bei dieser Art von Büchern, die ja wohl mehr für die jüngere Generation gemacht werden, so viel geistigen, wenn nicht sogar geistlichen Tiefgang beim Lesen erlebt. Heine trifft hier sehr genau das Gefühl unserer Zeit, er macht sich existentielle Gedanken um unsere Gesellschaft.

Dazu entwirft er in farbigen literarischen Bildern eine Welt ohne Religionen und Liebe. Er beschreibt eine Welt in der nur die Vernunft regiert, in der nur die reine Logik das Sagen hat. Der Leser wird Zeuge, dass dies eine kalte Welt sein wird. Damit niemand an diesen neuen Maßstäben für eine neue Welt zu rütteln wagt, wacht ein Orden über die Menschen und der wiederum wird von einer Frau, der sogenannten Magna Mater geleitet.

Geschickt erzählt E.W. Heine seine Story und überführt eine Ordensfrau der Lüge und baut damit einen zusätzlichen Spannungsbogen auf, der ein unterbrechen des Lesens unmöglich macht.

Neben dieser faszinierenden Geschichte um eine Gesellschaft die Heine in das dritte Jahrtausend verlegt hat, bleibt genug Zeit, um immer wieder auf unsere heutige Gesellschaft zu blicken. Im Verlauf des Lesens wird immer klarer, dass unsere Gesellschaft in der wir leben immer stärker unseres Schutzes bedarf. Die Gesellschaft heute ist darauf angewiesen, dass wir Menschen uns mit unserer Liebe und auch mit unseren Religionen einbringen, damit wir unsere Gesellschaft nicht noch mehr gefährden.

Nach diesem Buch wird der Leser unsere Gesellschaft mit anderen Augen sehen!

C. Bertelsmann, ISBN 978-3-570-10125-4, Preis 18, 99 Euro

 

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