Martin Hecht:  Lieber Jakob

 

Der bekannte Publizist Martin Hecht hat mit diesem Tagebuch seiner Frau ein Denkmal gesetzt. Als seine Frau an Brustkrebs starb war der gemeinsame Sohn Jakob erst sechs Jahre alt. Wenn er dieses Buch einmal lesen wird, dann wird er verstehen wie es gewesen ist.

Den ersten Krebs hatte Gabi überstanden, dann meldete sich der nächste. Die Chemo brachte keinen Erfolg, das Ehepaar Hecht wusste schon bald worauf alles hinauslaufen würde.

Dieses Buch ist die Chronik der Zerstörung einer jungen kleinen Familie. Themen wie Leid, Todesängste, Verzweiflung, Abschiednehmen und Neuanfang sind vorherrschende Themen dieses Tagebuches. Wenn der Vater dieses Buch auch vordergründig für den Sohn geschrieben hat, so spürt man diesem Buch deutlich an, dass es eine wichtige Stütze in der Verarbeitung aller Ereignisse für Martin Hecht gewesen sein muss.

In seinem Nachwort gibt er dies auch indirekt zu. Als es einmal für wenige Monate so aussah als würde sich der Krebs wieder verziehen, da unterbrach Hecht das schreiben sogar ganz um sich ihm bei den ersten düsteren Nachrichten über den Gesundheitszustand seiner Frau noch intensiver zu widmen.

Heute ist Jakob acht Jahre alt. Das Leben geht weiter. Auch diese Erfahrung wird in diesem Buch beschrieben. Nach dem Tod eines sehr geliebten nahestehenden Menschen geht das Leben weiter - alle machen die Erfahrung, es gibt ein danach.

Wenn Jakob heute gefragt wird: "Ist das Leben heute für Dich schlimmer als früher?" dann antwortet er: "Nö nur manchmal ist es halt etwas trauriger - ohne die Mama."

Es ist ein sehr persönliches und familiäres Buch. Es zeigt wie andere mit Verlust, Tod und Neuanfang umgehen.

 

Christian  Döring

 

DVA, ISBN 978-3-421-04478-5, Preis 19, 99 Euro

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