Ackermann/Kreutzer/Allgäuer:   In Freiheit leben, das war lange nur ein Traum

 

Es ist erschütternd was die Frauen in diesem Buch über sich und ihr Schicksal berichten. Da ist die 26 jährige Kiran aus Afghanistan. Sie lebt heute in Deutschland und wartet darauf von ihrer Familie in Afghanistan umgebracht zu werden. Und dennoch sagt sie heute: "Ich liebe meine Familie, trotz allem."

Das gesamte Buch ist eine Aneinanderreihung von Ungerechtigkeiten. Frauen aus dem Nahen Osten, Lateinamerika, Asien, Afrika aber auch aus der Türkei, Litauen und Rumänien erzählen davon, wie sie noch immer als Freiwild betrachtet werden und wie ihre Rechte beschnitten werden. Nehmen sie das Wort Frauenrechte in den Mund werden sie ausgelacht. Besonders erschüttert war ich darüber was alles hinter aufpolierten deutschen Fassaden heute so möglich ist.

Seit 25 Jahren gibt es die Organisation Solwodi (Solidarity with Women in Distress). Diese Organisation setzt sich für Frauen ein, will ihnen ein Leben in Würde und Autonomie ermöglichen. Im Buch werde ich über diese Organisation informiert. Dieses vorliegende Buch, dass die Unmenschlichkeit der Welt gegen diese Frauen  in den Vordergrund stellt, sollte gelesen werden. Wir sollten es  den vielen deutschen Sextouristen schenken, die sich jährlich ohne auch nur den Anflug von Skrupeln zu verspüren, von Mädchen in Kenia verwöhnen lassen.

Solange es Mädchen oder Frauen gibt, die solche Geschichten zu erzählen wissen wie sie in diesem Buch stehen, solange muss es solche Bücher geben und wir sind dafür verantwortlich, dass sie von möglichst vielen gelesen werden.

 

Christian  Döring

 

Kösel, ISBN 978-3-4663-0878-1, Preis 17, 99 Euro

 

 

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