Dennis Lehane:  Im Aufruhr jener Tage

 

Vor mir liegt ein gewaltiges Werk von 758 Seiten. Selten habe ich zuvor in so kurzer Zeit  einen so dicken Wälzer bezwungen und  habe keine Seite bereut.

Danny ist ein junger Mann, der nach dem I. Weltkrieg in Boston lebt. Er ist Detective und beginnt gerade die Karriereleiter nach oben zu steigen.

Zu diesem Zeitpunkt lernt Danny Luther Laurence kennen. Beide wissen noch nicht, dass sie am Anfang einer großartigen Männerfreundschaft stehen. Der reiche Sohn des angesehenen Captains und der mittellose Schwarze werden Freunde.

Plötzlich beginnt Danny sein Amerika mit anderen Augen zu sehen. Da werden für ihn soziale Ungerechtigkeiten und Armut sichtbar und der packende Roman beginnt sich auf zwei Erzählebenen auszubreiten. Zum einen erzählt Dennis Lehane die beeindruckende Geschichte einer ungleichen Freundschaft weiter und beginnt nun auch die soziale und politische Wirklichkeit des Amerikas der 20er und 30er Jahre zu beschreiben. Dem Roman tun beide Erzählstränge sehr gut und Lehane beweist endlich, dass er nicht nur Krimis schreiben kann.

So eine Freundschaft kann zu jener Zeit nicht glatt verlaufen. Danny kann auf seiner Karriereleiter nur emporsteigen, wenn er undercover gegen die immer mächtiger werdende amerikanische Gewerkschaftsbewegung arbeitet und damit gegen die Rechte seines Freundes. Danny wird sich entscheiden müssen . . .

Ein beeindruckendes Buch mit nur einem Nachteil, schon nach einem Wochenende hat man es durch.

 

Christian  Döring

Ullstein, ISBN 978-3-550-08754-7, Preis 22,95 Euro

 

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