Giuseppina Vitale:  Ich war eine Mafia - Chefin

Die Autorin selbst war die "Mafia - Lady", sie stand nicht nur "an der Spitze des mächtigen und grausamen Clans in Partinico . . .", sie ist in dieses Milieu hineingeboren worden, ohne je die faire Gelegenheit gehabt zu haben über ihr Leben nachzudenken oder je die Wahl zu einem anderen Leben gehabt zu haben.

Sehr persönlich und ehrlich beschreibt Giuseppina Vitale wie sie als kleines Mädchen durch ihren Heimatort lief und wie die Leute sie anstarrten. Manche tuschelten, einige schauten weg. Später dann ging sie Geschäfte, kaufte ein und ohne darum gebeten zu haben wurden ihr großzügige Rabatte angeboten, einige schenkten ihr sogar die Sachen die sie kaufen wollte.

Aus dem Mafia - Apparat heraus, mit ihrem gesamten Insiderwissen beschreibt die Autorin nicht nur ihr Leben in und mit der Mafia, sie zeichnet auch ein Bild ihrer kaputten Familie und jeder Leser bekommt einen sehr intensiven Blick auf das Italien während der Hochzeit des politischen Terrorismus in den 70er und 80er Jahren.

1998 wird Giuseppina Vitale verhaftet, ihr Sohn ist zu diesem Zeitpunkt sechs Jahre alt. Langsam wird es Zeit daran zu denken, den Staffelstab an die nächste Generation zu übergeben. Schon bald wird ihr Sohn die Bühne des Terrorismus betreten. Aber diesen Kreislauf durchbricht er ohne es zu wissen und fragt seine Mutter im Gefängnis: "Mama, was ist Mafia?"

Vielleicht war es genau diese Frage, die der "Mafia - Lady" zu denken gab, auf alle Fälle beschloß Giuseppina Vitale ihr Leben zu ändern. Der Leser erfährt wie lebensgefährlich ein Ausstieg aus der Mafia sein kann. Später einmal wird sie sagen, dass sie erst im Gefängnis gelernt hat was Freiheit ist.

Dieses Buch ist das mutige Bekenntnis einer Frau die den richtigen Weg für sich erkannt hat, die ihn nun geht und der Öffentlichkeit sagt wie es innerhalb der Machtstrukturen der Mafia aussieht.

 

DVA, ISBN 978-3-4210- 4442-6, Preis 17, 99 Euro

Nach oben