Ian Kershaw: Das Ende

Die Frage die der emeritierter Professor für Modern History an der University of Sheffield Ian Kershaw in seinem Buch aufwirft, wurde in dieser Art meines Erachtens noch nie beantwortet. Kershaw setzt hier einmal mehr einen wichtigen Meilenstein in der Geschichtsschreibung.

Es geht um die wichtige Frage: Warum kämpften die Deutschen bis zum bitteren Ende?

Wer beim Autor alt bekannte Antworten sucht, der wird nicht fündig werden. Kershaw dringt tiefer in die Materie ein. Ganz bewusst hat der Autor kein Werk der Militärgeschichte geschrieben, sondern kehrt beharrlich immer wieder zu seiner Ausgangsfrage zurück.

Sollte nun jemand vor den über 700 Buchseiten zu viel Respekt bekommen, so sei ihm gesagt, über 150 Seiten sind dem Quellen - und Lieraturverzeichnis, dem Personenregister und den Anmerkungen vorbehalten. Mich würde schon einmal interessieren wieviel Prozent der geschichtsinteressierten Leser jemals einen Blick in diese 150 Seiten werfen werden. Die Frage nach den vielen Bäumen die dafür sterben mussten, stelle ich jetzt lieber nicht.

Sehr erfreulich für mich als Leser war allerdings, dass die bekannten immer wiederkehrenden Personen dieses Buches gleich zu Anfang in drei bis vier Zeilen vorgestellt werden. Dabei habe ich zumindest bemerkt, dass ich die Namen sehr oft kannte, jedoch nicht um ihre politischen Ämter wusste.

Im eigentlichen Buch dann war es für mich sehr spannend mitzuverfolgen wie die beiden Linien innerhalb Deutschlands miteinander umgingen. Da waren zum einen die, die sofort aufhören wollten mit dem Kampf und da waren die, die bis zum Schluss kämpfen wollten.

Kershaw schreibt fesselnd, zeigt mir immer wieder deutlich meine Geschichtslücken und gibt nachvollziehbare Antwortversuche.

Geschichtsinteressierte Leser sollten dieses Buch nicht versäumen zu lesen!

DVA, ISBN 978-3-421-05807-2, Preis 29, 99 Euro

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