Verena Schmitt - Roschmann:  Heimat

 

Was kann nicht alles Heimat sein? Ein Haus, ein Land, eine Gesellschaftsordnung . . .

Der Verlag verspricht die "Neuentdeckung eines verpönten Gefühls".  Die 1966 geborene Autorin beschreibt Irrwege und Verfehlungen die wir Menschen mit dem Begriff Heimat getrieben haben. Aus sehr unterschiedlichen Standpunkten heraus wird der Begriff beleuchtet.

Missbraucht wurde der Heimatbegriff ganz zweifelsfrei in der NS - Zeit. Auch mit dem Verlust der DDR - Heimat beschäftigt sich Verena Schmitt - Roschmann sehr ausführlich. Deutlich sagt sie, wer heute sagt, seine Heimat sei die DDR, sagt damit nicht automatisch, die DDR war politisch in Ordnung.

Heimat aus der Sicht von Gastarbeitern zu sehen ist ebenso interessant, wie ihre Kinder und Enkel diesen Begriff definieren. Veränderungen werden bereits sichtbar und hörbar.

Dieses Buch lässt viele Einzelstimmen zu Wort kommen. Heimat ist auch eine Region, eine Straße, eine Mundart und nicht zuletzt eine Familie, mit großem Glück eine Familie die aus mehreren Generationen besteht.

Die Autorin sagt: "Es ist an der Zeit, die mystische Debatte zu erden und auf Normalmaß zurechtzustutzen. Es ist an der Zeit, sich einzugestehen, dass es sich um ein privates Bedürfnis handelt, das unterschiedliche Menschen vielleicht auf unterschiedliche Art stillen - aber doch jeder irgendwie." Ein Fazit für mich aus diesem Buch: Mit einer guten Heimat im Rücken ist die Zukunft leichter zu meistern.

Egal wie Ihre Heimat aussieht, dieses Buch weist in die Zukunft, es zeigt sehr deutlich das Heimat nicht etwa etwas veraltetes ist. Heimat hat etwas mit Verwurzelung zu tun und bekanntlich ist es sehr gut gesunde Wurzeln sein eigen nennen zu können.

 

Christian  Döring

 

Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3-579-06764-3, Preis 19, 95 Euro

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