Andreas Wagner:   Gotteskörper

 

Geben Sie es nur zu, nur so für sich: Auch Sie haben eine ganz konkrete Vorstellung davon wie Gott aussieht. Für mich ist  der liebe Gott, ein älterer freundlicher Herr mit weißem Rauschebart. Klar ist das eine kindliche Vorstellung, aber ich konnte und wollte sie in meinen fünf Lebensjahrzehnten nicht verwerfen.

Wie sich das Bild von Gott im Verlauf der Jahrtausende immer wieder veränderte, zeigt dieses Buch eindrucksvoll in folgenden Kapiteln:

1. Untersuchung des im Bild darstellbaren äußeren Körper Gottes

2. Das Bild Gottes - Jahwe im Körperbild des Menschen

3. Gott in Menschengestalt - Anthropomorphismus als theologisches Problem

4. Sprache der Bilder und Körperbilder entschlüsseln

5. Gottes Körper - seine theologische Aussage

6. Das Bild Gottes und der Mensch als Gottes Ebenbild im Alten Testament

7. Die theologische Bedeutung des alttestamentlichen Redens von Gottes Körper

Es mag aus unserer Sicht heute etwas eigenartig erscheinen wie ganz konkret einzelne Körperteile Gottes wichtig waren, zum Beispiel: Arm, Ohr, Nase, Mund . . .

Sehr schön wird in diesem Buch von biblischen Beispielen ausgehend, zu den Menschen und ihrer Denkweise im Alltag hingeführt. So wird dieses Buch zu einem höchst spannenden Ausflug in unsere Glaubensgeschichte. In diesem Buch erkennt der Leser, dass das Verständnis der biblischen Vorstellung von der Menschengestaltigkeit Gottes, nichts auf ewig feststehendes ist.

Der Glaube lebt und er verändert sich, erst recht unsere Vorstellung von der Gestalt Gottes. Das macht dieses Buch sehr deutlich ohne dabei Glauben zu zerstören.

 

Christian  Döring

 

Gütersloher Verlagshaus, ISBN 978-3-579-08095-6, Preis 24, 95 Euro

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