Eckhart Kleßmann:  Goethe und seine lieben Deutschen

 

"Sie mögen mich nicht! Das matte Wort! Ich mag sie auch nicht! Ich habe ihnen nie etwas zu Danke gemacht!"

Dies hat Altmeister Goethe im Zorn seinen Landsleuten gesagt. Eckhart Kleßmann untersucht in seinem Buch das Verhältnis des Meisters zu seinem Leservolk und beschreibt Ursachen.

Dabei geht er systematisch vor:

Das Reich und die Deutschen

Italien

"Willst du in Deutschland wirken als Autor"

"Verfluchtes Volk, du wirst nicht klug"

Islam und Judentum

Weltliteratur

Deutsche Sprache, deutsche Zukunft

Goethe verehrte Napoleon, selbst als dieser sich zum Diktator aufschwang. Dies verstanden die Deutschen nicht. Er blieb für sie der große deutsche Dichter, Herzenswärme brachte man ihm allerdings nicht entgegen, die sparte man sich für Schiller auf. Goethe bekam den kühlen Respekt. Oftmals lag es nur daran, dass sich Dichterfürst und Volk nicht verstand.

Dabei trat Goethe sehr wohl für sein Vaterland ein. Nicht nur in seinem Dienst für den Staat, auch in seinen schriftlichen Arbeiten: "Junge Leute werden viel zu früh aufgeregt und dann im Zeitstrudel fortgerissen; Reichtum und Schnelligkeit ist was die Welt bewundert . . ." Heut könnte er ähnliches sagen. Er mahnt vor der Zukunft, auch deshalb sollten wir uns desöfteren wieder einmal dem Herrn Geheimrat zuwenden. Dieses Buch als Grundlage für eine Beschäftigung mit Goethe ist sehr zu empfehlen.

 

Christian  Döring

 

eichborn, ISBN 978-3-8218-6220-0, Preis 32, 00 Euro

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