Gaetano Cappelli:  Ferne Verwandte

 

Schon das Cover dieses Buches ist eine Wucht. Mit einem kleinen alten Motorroller fahren wir hinein in die 60er Jahre, in ein kleines süditalienisches Dorf.

Wir treffen dort Carlino. Er ist Waise und wächst unter der strengen Fuchtel seiner Großmutter auf. Zur Familie gehören jede Menge Onkel und Tanten, so wie man das für Italien zu jener Zeit vorraussetzt. Cappelli beschreibt sehr schön das pulsierende lebensbejaende Leben jener Zeit in diesem Dorf. Es entsteht selbst beim Leser eine Sehnsucht zurück zu jener Zeit.

Hauptakteur dieses Buches ist allerdings Carlino. Wir verfolgen seine Entwicklung vom wohlerzogenen Musterschüler, bis hin zum Weiberhelden. Außer den Mädchen hat Carlino aber noch einen ganz anderen Traum. Es ist die Zeit in der der amerikanische Traum vom Tellerwäscher zum Millionär noch lebendig ist. Carlino träumt ihn auch diesen Traum.

Plötzlich wird der Traum Wirklichkeit. Sein reicher Onkel holt ihn nach Amerika und wir werden Zeuge von Carlinos ersten Schritten in Amerika. Schade, dass dieses Buch dann so schnell zu Ende war. Carlino ist mir zu einem Freund geworden, einer Romanfigur mit der ich mitgefiebert habe. Zu gern hätte ich noch erfahren wie weit es Carlino in Amerika noch gebracht hat.

 

Christian  Döring

 

Bertelsmann, ISBN 978-3-570-01119-5, Preis 22,95 Euro

 

 

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