Alfred Komarek:  Doppelblick

 

Daniel Käfer steht im Mittelpunkt dieses Romans. Er arbeitet für einen Medienkonzern in Hamburg und ist gerade dabei sich von seinem Streben nach einem immer weiter auf der Karriereleiter auffressen zu lassen.

Gerade in dieser Situation stirbt sein älterer Bruder Heinz. Er war Anwalt, verheiratet, immer im Stress und Zeit für Kinder gab es nicht. Daniel findet sich vor dem Grab seines Bruders wieder. Er beginnt über sich und das Leben nachzudenken. Beim Leichenschmaus setzt er sich abseits. Mit einem Rotwein in der Hand will er seinem geliebten großen Bruder noch einmal ganz nahe sein.

Als Daniel nach Hamburg zurückkehrt, entscheidet er sich für das Leben gegen seine Karriere. Seine Firma gönnt ihm eine gewisse Auszeit. Er wird in das österreichische Salzkammergut geschickt um eine geeignete Immobilie für die Firma zu finden um dort eine Art Denkfabrik zu etablieren.

In der traditionsreichen aber fast zur Ruine heruntergekommenen Villa Doppelblick findet er ein Objekt in das er sich verliebt. Der letzte Bewohner der Villa hat bisher alle Kaufinteressenten abgewiesen, mit Daniel allerdings läuft alles ganz anders.

Der in Wien lebende Komarek nimmt den Leser sofort mit in die Romanhandlung hinein. Für Österreichfreunde wird dieses Buch besonders interessant sein. Ischl und die Kaiserzeit werden zum Teil wiedererweckt, aber immer wieder geht es um das Leben jedes einzelnen. Der Leser wird nicht davon ausgenommen sich mit seinem eigenen Lebensentwurf noch einmal zu beschäftigen.

 

Christian Döring

 

Diogenes, ISBN 978-3-257-24030-6, Preis 8, 90 Euro

 

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