Matt Haig: Die Radleys

 Ein Vampirroman ist es schon, aber er fällt so völlig aus dem Rahmen. Er ist nicht in erster Linie blutrünstig und furchtsam, er ist humorvoll und Matt Haig sucht im Vampir den Menschen.

Die Familie Radley das sind eine Mutter, ein Vater und die beiden lieben Kinder. Nichts besonderes also in einer Kleinstadt, na gut die Ehe ist auch nicht mehr das was sie einmal war, aber selbst das gehört heute zum guten Ton.

Als die Kinder allerdings ins Teenageralter kommen, wird das Thema Blut für sie immer interessanter. Clara und Rowan wissen nichts davon, dass ihre Eltern Vampire sind.

Erst als Clara nach einer Party sich voller Blutgier in einen Jungen verbeißt, wird den Kindern alles klar, ihre Eltern müssen sich outen. Der gebissene Junge allerdings stirbt an den Folgen der Blutgier des Mädchens.

Nun kommt erst alles so richtig in Fahrt. Das Erzähtempo legt noch einmal zu, die Dramatik steigt. Wohin mit der Leiche des Jungen? Claras Mutter holt ihren Schwager zu Hilfe, aber ob der wirklich eine Hilfe sein kann?

Matt Haig hat es geschafft, dass ich nach langer Zeit einen Vampirroman wirklich wieder bis zum Schluß durchgehalten habe. Sein tiefgehender Humor und seine ganz eigene Definition von Vampirromanen haben mich begeistert.

 

 

Christian  Döring

 

Kiepenheuer & Witsch, ISBN 978-3-4620-4233-7, Preis 19, 95 Euro

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