Friedrich Sieburg: Die Lust am Untergang

 

Friedrich Sieburg ist seit 1964 tot und trifft noch immer den Leser in der Gegenwart. Untergangsstimmung herrscht immer bei den Deutschen. Manchmal möcht man fragen: Immer noch oder schon wieder?

Der Autor wurde 1893 in Westfalen geboren. Dieses Buch hat er kurz nach Ende des letzten Krieges geschrieben. Herrschte da Untergangsstimmung?

Der Literaturkritiker und Journalist Sieburg ergötzt sich nicht nur an der beständig vorhandenen  Untergangsstimmung der Deutschen, er sucht  nach deren Ursachen. Laut Sieburg entstammen sie der "unbestimmten, halbdunklen Einsicht, dass der ungeheure Apparat, den wir uns aufgebaut haben, auf unsere eigentlichen Nöte gar nicht anwendbar ist." Schon damals spielten Begriffe wie Individualisierung der Menschen und ihre Orientierungslosigkeit eine nicht unerhebliche Rolle.

Laut Siegurg kann der Mensch nicht ohne apokalyptische Ängste sein, er braucht sie quasi zum Leben. So beweist der Autor in dem vorliegenden Buch in einer Vielzahl von Texten das Untergangsstimmungen in der Bevölkerung präsent sind.

Den Leser wird es kaum verwundern, dass zwischen dem Entstehen der Geschichten und heute Jahrzehnte liegen. Das heißt: Wir Deutschen bleiben uns treu. Untergangsstimmung bleibt unser beständiger Begleiter.

 

Christian  Döring

 

Eichborn Verlag, ISBN 978-3-8218-6229-3, Preis 32,00 Euro

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