Janette Oke:  Die Frau des Zenturio

Dieser Roman führt den Leser zurück in die Zeit da Jesus gerade gekreuzigt wurde. Im Hause des Pilatus ist gerade bekannt geworden, dass der Leichnam Jesu verschwunden ist.

Pilatus und auch seine Frau Procula sind verunsichert. Was wird hier für ein politisches Spiel gespielt, fragen sich die beiden?  Procula war von Anfang an gegen die Kreuzigung Jesu. Jetzt plagen sie schlimmste Alpträume und Kopfschmerzen. Sie hat einen Plan: Ihre Dienerin Lea ist Judäerin, sie soll Kontakt zu den Männern dieses Jesus suchen und herausbekommen was diese Jesuanhänger planen.

Indessen plant Pilatus seinem auch bei den Anhängern Jesu beliebten Zenturio Alban Lea zur Frau zu geben. Das Buch endet mit der Beschreibung dieser Hochzeit. Anfänglich war Lea dieser verordneten Hochzeit gegenüber sehr skeptisch, aber diese Skepsis ist nun verflogen.

Dieses Buch orientiert sich dicht an der Bibel, hält aber sicher auch einige dichterische Freiheiten parat. Großer Vorteil dieses Buches, der Bibel gegenüber ist, der Leser wird mitten hineingenommen in die Zeit kurz nach dem Kreuzestod Jesu.

Der Leser begegnet Kaiphas, Maria Magdalena, Pilatus, Josef von Arimathäa, Herodes und vielen anderen bekannten biblischen Gestalten. Stellenweise habe ich mich gefühlt, als wäre ich mit dabei als Lea oder Alban in Jerusalem oder anderswo unterwegs waren. Ich habe erlebt, wie die einzelnen politischen Gruppierungen agieren und das schon damals Intrigen geschmiedet wurden. An einigen Stellen habe ich mich sogar an die heutige politische Praxis erinnert gefühlt.

 

Christian  Döring

 

Gerth Medien,  ISBN 978-3-86591-417-0, Preis 16,95 Euro

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